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Asia

2013-01-12

ASIEN/LAOS - Christen vermisst: offener Brief an den Präsidenten

Vientane (Fidesdienst) – Christliche Familien „verschwinden plötzlich im Nichts“: betroffen davon ist unter anderem die Familie Boontheong in der Provinz Luang Namtha und die Familie Khamosone Bacca in der Provinz Udomsay. Von dem Besorgnis erregenden Phänomen waren in den vergangenen Jahren auch verschiedene christliche Religionsvertreter in Laos betroffen. Deshalb fordert die Nichtregierungsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ in einem offenen Brief an den laotischen Präsidenten Choummaly Sayasone, der dem Fidesdienst vorliegt, staatliche Ermittlungen und Aufklärung. In diesem Zusammenhang erinnert die Nichtregierungsorganisation auch an die prekären Bedingungen unter denen christliche Gemeinden in dem asiatischen Land leben.
Die Familie Boontheong – Vater, Mutter und ein siebenjähriger Sohn – werden seit dem 3. Juli 2004 vermisst. Zuvor war der Familienvater von der örtlichen Polizei wegen seines christlichen Glaubens bedroht und inhaftiert worden. Seit über acht Jahren ist der Aufenthaltsort der Familie nicht bekannt. Khamsone Baccam, der sich zum Christentum bekehrt hatte verschwand im Januar 2007. Seine Frau sah, wie er von der Polizei im Polizeiauto mitgenommen wurde. Seither ist über seinen Verbleib nichts bekannt.
Unterdessen fordern Nichtregierungsorganisationen wie „Christian Solidarity Worldwide“ und „Human Rights Watch for Lao Religious Freedom“ fordern nun von der Regierung Ermittlungen zu den Fällen der vermissten Christen und Informationen in diesem Zusammenhang. In den vergangenen Jahren habe sich die Situation der Religionsfreiheit zwar verbessert und die Zahl der „aus Gewissensgründen“ inhaftierten Christen reduziert, doch es gebe weiterhin Einschränkungen und willkürliche Festnahmen, da das Christentum als „ausländische Religion“ betrachtet werden.
In Laos gibt es rund 45.000 Katholiken und nach Angaben der im Land anerkannten „Lao Evangelical Church“ (LEC) über 100.000 protestantische Kirchen verschiedener Konfessionen. Nicht berücksichtigt sind dabei die Mitglieder der zahlreichen so genannten „Hauskirchen“. (PA) (Fidesdienst, 12/01/2013)

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