AMERIKA/MEXIKO - Erzbischof Chavez Botello: „Wir sollten soziale Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden beherbergen“

Dienstag, 18 Dezember 2012

Oaxaca (Fidesdienst) – Zur Weihnachtstradition in Mexiko gehören die so genannten „posadas“, bei denen in der Zeit vom 16. bis 24. Dezember die Herbergssuche von Maria und Joseph in Form theatralischer Darstellungen aufgeführt wird. „Die ‚posadas’ gehören in unserem Land seit langem zu den volkstümlichen Bräuchen und sind sehr lehrreich, weshalb sie sollten von Generation zu Generation weitergegeben werden sollten“, heißt es in einer Meditation von Erzbischof José Luis Chavez Botello von Antequera-Oaxaca. „Im heutigen Kontext“, so der Erzbischof weiter, „sind die posadas wie ein Hauch frischer Luft für Individuen und Gesellschaft, denn sie zeigen, dass konstruktive zwischenmenschliche Beziehungen möglich sind, dass man in Frieden und Harmonie mit den Familien, in Stadtvierteln und Gemeinden zusammenleben kann“. „Die ‚posadas’ ermutigen uns zur Öffnung gegenüber Mitmenschen und zum freudigen Zusammenleben, sie sind eine Schule der grundlegenden Werte für das soziale Leben und das gesunde Gemeinschaftsleben.“
Die Tradition der ‚posadas’ stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde mit dem Ziel der Verkündigung des Evangeliums in den Höfen der Klöster eingeführt. Der Begriff ‚posada’ steht dabei für Herberge. Die Indios, die Joseph und Maria auf der Herbergssuche in Bethlehem darstellen gehen von Haus zu Haus und bitten mit Gebeten, Gesängen und Gedichten um Herberge. „Mancherorts werden sie nicht eingelassen, doch diese Ablehnung wird durch die Freude ausgeglichen, die aufkommt, wenn Familien ihre Haustür öffnen“, heißt es in einer Verlautbarung der Mexikanischen Bischofskonferenz zur Tradition der ‚posadas’. „Dies zeigt auf plastische Weise, dass, wenn man die Pforten für Gott öffnet, die Früchte eines gesunden und glücklichen Lebens nicht lange auf sich warten lassen.“
„Wir sollten auch soziale Gerechtigkeit, Wahrheit und Frieden beherbergen“, so Erzbischof Chavez Bottello abschließend, „Auf diese weise wollen wir die posadas in allen Teilen unseres Staates Oaxaca feiern, damit Ablehnung und Vorurteile überwunden werden und Wunden der Vergangenheit heilen, was zur Gesundheit unserer Gesellschaft beiträgt. Wir brauchen Räume und Mimente des interaktiven Handelns und ein gesundes Leben ohne Ausgrenzung. Die Einwohner des Staates Oaxaca sind nicht Feinde, sondern Brüder und Schwestern, mit denen wir im selben Land zusammenleben und die Bedürfnisse und Nöte teilen. Unsere Feinde sind hingegen Ehrgeiz, Korruption, soziale Ungerechtigkeit, Armut und Gewalt“. (CE) (Fidesdienst, 18/12/2012)


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