ASIEN/SYRIEN - Appell der assyrischen Christen aus den Reihen der Opposition: „Stoppt salafistische Gruppen“

Freitag, 7 Dezember 2012

Hassaké (Fidesdienst) – Die salafistische Gruppe „Jubhat Al Nosra“, die in Mesopotamien Angst und Schrecken verbreitet muss dringend gestoppt werden: mit diesem Appell wendet sich die neuen „Nationale Koalition der Revolution und der Opposition (CNS) und die „Assyrian Democratic Organization“ (ADO) an die Öffentlichkeit. In einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, schreibt die ADO: „Wir sind entsetzt darüber, dass bewaffnete Elemente der salafistischen ‚Jubat Al Nosra’, die auf der Seite der syrischen Befreiungsarmee kämpfen, Zivilisten terrorisieren und christliches Eigentum in der Region um Hassaké unbestraft beschlagnahmen“. In der Region an der Grenze zur Türkei halten sich viele assyrische Flüchtlinge auf (vgl. Fidesdienst vom 30/11/2012):
In ihrer Verlautbarung verurteilt die Organisation „Praktiken und Verhaltensweisen einiger Elemente der Befreiungsarmee und der mit ihr verbündeten Gruppen in Ras El Ain, Tel Amr und Raqqa, darunter auch Plünderungen von Privateigentum“. Dabei erinnern sie auch an die „Plünderung der syrisch-orthodoxen Kirche in Ras El Ain, die Schändung Christlicher Symbole und Ikonen und die Verwüstung der syrischen Schule in dem Dorf“.
Jahrzehntelang habe die assyrische Gemeinde unter willkürlichen Festnahmen durch die Beamten des Regimes gelitten, „heute werden assyrische Christen, von denen man vermutet, dass es sich um Anhänger des Regimes handelt, verschleppt und dazu gezwungen, dass sie ihre Söhne in den Kampf mit den Rebellen schicken“, heißt es in der Verlautbarung, „damit wiederholt sich die Praxis des Regimes“.
Salafistische Kämpfer errichteten auch Staßenblockaden auf dem Weg nach Tal Tamr, wo vorbeifahrende Fahrzeuge angehalten und nach Angaben von ADO „Christen und Andersgläubige bedroht und beleidigt werden“. „Diese Praktiken“, so die Organisation weiter, „ist nicht mit der Tradition, der Kultur und den Bräuchen der Syrer vereinbar, die auf Brüderlichkeit und den Werten des Zusammenlebens und des gegenseitigen Respekts zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften basiert.“ „Es sind Praktiken, die auch einem gemäßigten Islam widersprechen“, heißt es in der Verlautbarung weiter, „die dem Ruf der syrischen Revolution schaden und deren edle Ziele vernichten, um Hass unter den Syrern zu verbreiten“.
Abschließend fordert die ADO die verschiedenen Komponenten der syrischen Opposition zum „entschlossenen Eingreifen“ auf, „damit die wachsenden Spannungen zwischen Arabern und Kurden in Mesopotamien beendet werden, die sich negativ auf den Frieden und die Einheit der Gesellschaft auswirken“. Alle Konfliktparteien sollen „Mäßigung und Achtung der Zivilisten“ unter Beweis stellen und „Provokationen und religiösen Extremismus“ ablehnen. (PA) (Fidesdienst 07/12/2012)


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