ASIEN/INDIEN - Ein Jahr nach dem Mord an Schwester Valsa John wurden die Verantwortlichen noch nicht vor Gericht gestellt

Donnerstag, 15 November 2012

Dumka (Fidesdienst) – Ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod von Schwester Valsa John von den Schwestern von der Nächstenliebe von Jesus und Maria, die am 15. November 2011 im indischen Staat Jarkhand ermordet wurde, „hat der Prozess gegen die Schuldigen noch nicht begonnen“. Aus politischen und wirtschaftlichen Kreisen „wird Druck ausgeübt, der die Transparenz und die Justiz behindert“. Dies teilt der indischen Jesuitenpater Tom Kavala (sj), der Schwester Valsa persönlch kannte und sie bei ihrer Arbeit unter den tribalen Völkern unterstützte, dem Fidesdienst mit. Die Ordensschwester, die in ihre Wohnung im Distrikt Pakur ermordet wurde, hatte die Einheimischen im Kampf gegen die Ausbeutung durch illegale Bergwerke in der Region begleitet (vgl. Fidesdienst vom 17/11/2012 und 21/11/2012). „Ihr Tod war ein Märtyrertod: Valsa hat ihr Leben für die Armen und die am Rande der Gesellschaft lebenden Menschen hingegeben“, so P. Kavala, der dabei auch betont, dass „ihr Vorbild heute viele Menschen inspiriert, die sich im Bereich der Förderung der Armen in Indien einsetzen“.
Der Jesuitenpater berichtet, dass im Zusammenhang mit dem Mord bereits vor einem Jahr sieben Personen festgenommen wurden, ein Prozess infolge bürokratischer Verzögerungen und der Opposition „einflussreicher Kräfte aus Politik und Wirtschaft“ noch nicht begonnen wurde. „Wir wissen, dass es sich bei den Festgenommenen um die Mörder handelt. Doch in solchen Fällen ist die Transparenz gefährdet und ein gerechter Prozess äußerst schwierig. So wird der Straffreiheit der Weg geebnet“, so der Geistliche.
Anlässlich des ersten Todestages von Schwester Valsa fand heute in Dumka in der Kirche der Jesuiten ein Gedenkgottesdienst statt, an dem 25 Priester, 80 Ordensschwestern und über 500 Laien, darunter Christen und Nichtchristen teilnehmen. Der heiligen Messe stand der Leiter des „Indien Social Institute“ in Delhi, P. Louis Prakash (sj) vor, der mit einem Zitat aus dem Evangelium an die vor einem Jahr ermordete Ordensfrau erinnerte. „Wenn das Korn nicht stirbt, bringt es keine Frucht“. P. Prakash bezeichnete Schwester Valsa als „authentische Zeugin des Evangeliums“. (PA) (Fidesdienst, 15/11/2012)


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