ASIEN/SYRIEN - Apostolischer Nuntius: Koalition der Oppostionsgruppen sollte eine politische Lösung des Konflikts begünstigen

Mittwoch, 14 November 2012

Damaskus (Fidesdienst) – Der Zusammenschluss der verschiedenen oppositionellen Strömungen in Syrien könne ein „positives Zeichen“, wenn „diese Initiatve dazu dient, eine politische Lösung in diesem Konflikt zu finden“. Dies betont der Apostolische Nuntius in Syrien, Erzbischof Mario Zenari, gegenüber dem Fidesdienst. Im Gespräch mit dem Fidesdiesnt erläutert er die Kriterien, die seinem Urteil über einen Zusammenschluss der verschiedenen Rebellengruppen, der in den vergangenen Tagen in Doha (Katar) beschlossen wurde, zugrunde liegen.
Die „Nationale Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte“ wurde von der Arabischen Liga bereits anerkannt, Frankreich und die Vereinigten Staaten scheinen die Einigung der syrischen Opposition zu begrüßen. Die historischen Gegner des Assad-Regimes, die eine politisch-diplomatische Lösung des Konflikts befürworten, bezeichnen hingegen die Verhandlungen in Katar als „werbewirksames Theaterstück“, hinter dem sie keinen politischen Verhandlungswillen sondern das Festhalten an der militärischen Lösung vermuten. Der Apostolische Nuntius in Syrien hält die Frage weiterhin für „komplex und verwirrt“ und ist der Meinung „dass es Zeit braucht, bis man absehen kann in welcher Richtung sich diese neue Koalition bewegt“. Nach Ansicht des Vatikanvertreters „ist die Tatsache, dass viele sich darauf einigen mit einer einheitlichen Stimme zu sprechen, an sich hilfreich ist: angesichts der bisherigen Vielstimmigkeit konnte man nicht abschätzen wie sehr die einzelnen Gruppen repräsentativ waren. Ich wünsche mir, dass die neue Koalition ein Gesprächspartner auf der Suche nach einer Kompromisslösung sein wird“.
Unterdessen forderten die Sprecher der Koalition zunächst eine internationale diplomatische Legitimierung und Waffen für wirkkräftige militärische Aktionen gegen die syrische Armee. Damit entstand der Eindruck, als ob Verhandlungen abgelehnt würden. Der Koalition gehört auch der Christ George Sabra an, der für seine oppositionelle Haltung in den Reihen kommunistischer Milizen bekannt ist. Seine Führungsrolle im Syrischen Nationalrat wurde von den westlichen Medien als taktischer Schritt zur Vorbeutung gegen den Verdacht einer islamistische Revolution gewertet. Erzbischof Zenari erinnert daran, dass Sabra im September an einem Treffen der Internationalen Demokratischen Zentrumsparteien in Rom teilgenommen hatte, und dass die Opposition mit seine Führungsrolle im Syrischen Nationalrat zeigen wollte, dass „alle Komponenten des ethnischen und religiösen Mosaiks in Syrien“ in der Opposition vertreten sind. Im Hinblick auf die Forderungen nach mehr Waffen erinnert der Apostolische Nuntius daran, dass dies „den Forderungen vieler syrischer Oppositionsgruppen entspricht und den Perspektiven des Dialogs, des Kompromisses und der Aussöhnung, die in Syrien wiederholt auch von Vertretern der christlichen Gemeinden gewünscht wurde, widerspricht“. (GV) (Fidesdienst, 14/11/2012)


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