AMERIKA/KOLUMBIEN - Erzbischof von Bogotà: „Friedensprozess ist notwendig aber nicht einfach“

Mittwoch, 14 November 2012

Bogotà (Fidesdienst) – „Der Friedensprozess ist ein notwendiger Prozess. In Kolumbien ist es nicht einfach, einen militärischen Sieg zu erringen, nicht weil unsere Armee nicht ausreichend ausgebildet wäre, sondern wegen der geographischen Gegebenheiten und aufgrund der Tatsache, dass die Guerillakämpfer zu Terroristen geworden sind“, so Erzbischof Ruben Salazar Gomez von Bogotà, der bald die Kardinalswürde erhalten wird, in einem Interview mit der kolumbianischen Tageszeitung „El Tiempo“.
Erzbischof Salazar Gomez ist Vorsitzender der Kolumbianischen Bischofskonferenz und Präsident der Kommission für Aussöhnung und antwortet auf die Frage, ob die Rebellen der FARC sich auf aufgrund des militärischen Vorgehens der Armee nun zum Dialog bereit zeigten, antwortet er: „Zweifelsohne. Dies war ein entscheidender Faktor. Doch sie sind weiterhin präsent. Wenn ich mit den Bischöfen der betroffenen Gebiete, wie Orinoquoa, Narino oder Putumayo spreche, dann bestätigen sie mir die starke Präsenz der Guerillakämpfer. Man kann nicht unendlich lange ihre Vertreter ermorden oder nur an deren Zerstörung denken. Dies alles fordert zu viele Opfer, zu viele Tränen, zu viel Leid- Es ist schrecklich, wenn man bedenkt, dass es in Kolumbien für Millionen Vertriebene gibt.“
„Das Hauptproblem der Guerillakämpfer besteht darin, dass sie den Sinn für die Realität verloren haben“, so der Erzbischof von Bogotà weiter, Sie leben in einer anderen Welt… sie leben noch in den 60er Jahren als Che Guevara und Fidel Guerillakämpfer waren und ein ganz anderes weltpolitisches Umfeld herrschte. Ihr leben im Dschungel hat wahrscheinlich dazu geführt, dass sie keine Nachrichten hören oder deren Inhalt nicht verstehen.“
Die weit verbreitete Korruption, bezeichnet Erzbischof Salazar Gomez als „Krebsgeschwür, das das Land auffrisst und Dimensionen annimmt, die es zuvor nie gegeben hat“.
Am Montag, den 19 November (nicht wie geplant am 15. November) werden die kolumbianischen Friedensgespräche zwischen dem Präsidenten Santos und Vertretern der FARC in Havanna (Kuba) wieder aufgenommen. Für die Verhandlungen garantieren Kuba und Norwegen, Zeugen sind Chine und Venezuela (vgl. Fidesdienst vom 18/10/2012). (CE) (Fidesdienst, 14/11/2012)


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