AMERIKA/BRASILIEN - Zunahme der Gewalt: abendliche Gottesdienste und Gemeindetreffen eingestellt, Erzbischof bittet um das Gebet für den Frieden

Montag, 12 November 2012

Sao Paulo (Fidesdienst) – Angesichts wachsender Gewalt und steigender Zahl der Morde im Staat Sao Paulo bat der Erzbischof von Sao Paulo, Kardinal Odilo Pedro Scherer die Gläubigen um das Gebet für den Frieden. Der Kardinal bat auch die Medien um die Verbreitung dieses Anliegens. Wie aus Informationen hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, hat die Gewalt in der Region derart zugenommen, dass Schulen die Unterrichtszeiten abkürzen, Autobuslinien ihren Fahrplan ändern und Geschäfte früher schließen. Obschon es keine offizielle Ausgangssperre gibt, leben die Menschen, als ob es eine solche geben würde. Auch in den katholischen Gemeinden am Stadtrand wurden abendliche Gottesdienste und Gemeindetreffen eingestellt.
Allein am Wochenende des 3. und 4. November kamen 26 Menschen gewaltsam ums Leben. Weiter 20 Menschen wurden am vergangenen Wochenende ermordet. Für die meisten Morde ist die Gruppe PCC verantwortlich, die 1993 von Insassen des Sicherheitsgefängnisses Taubsaté in der Nähe von Sao Paulo gegründet wurde und die Morde vor allem an Mitarbeitern der Polizei verüben und dabei auch mit dem Drogenhandel in Verbindung stehen und andere Verbrechen verüben. Seit Anfang des Jahres wurden in Sao Paulo mindestens 90 Polizeibeamte ermordet, womit die Mitglieder des organisierten Verbrechens sich vermutlich nach den jüngsten Festnahmen verschiedener Bosse rächen wollen. Die brasilianische Staatspräsidentin will unterdessen gemeinsam mit dem Gouverneur des Staates Sao Paulo, Geraldo Alckmin, einen gemeinsamen Plan zur Verbrechensbekämpfung entwickeln. (CE) (Fidesdienst 12/11/2012)


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