ASIEN/INDIEN - Christen in Orissa fordern Gerechtigkeit, doch sie „haben den Angreifern verziehen“

Montag, 22 Oktober 2012

Balasore (Fidesdienst) – „Gerechtigkeit und Vergebung gehen Hand in Hand. In Orissa sind Gerichtsprozesse langwierig und für Christen ist es mühsam, Gerechtigkeit zu erlangen. Doch viele haben den Angreifern bereits vergeben“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz von Orissa, Bischof Thomas Thriuthalil von Balasore, zum Fidesdienst. Der Bischof bezieht sich im Gespräch mit dem Fidesdienst auf die Aufforderung des Obersten Gerichts des indischen Staates, an die Regierung von Orissa und die Polizeizentrale des Landes, um sich im Zusammenhang mit einer Berufungsklage einiger Opfer der antichristlichen Massaker des Jahres 2008 in Kandhamal um Aufklärung zu bemühen. Die Berufungsklage fordert neue Ermittlungen, nachdem es dem Staat nicht gelungen war, in 30 Fällen des Mordes oder der antichristlichen Gewalt, ein Urteil auszusprechen. „Fehlerhafte Ermittlungen der Polizei“ und „ein willkürlicher Prozess der nicht den Prinzipien der Strafjustiz entspricht“ habe dazu geführt dass Schuldige unbestraft bleiben, heißt es im Antrag auf ein Berufungsverfahren. Von den rund 2.500 Anklagen, die von Christen eingereicht wurden, die Opfer der Gewalt geworden waren, wurden nur 828 offiziell registriert und in 315 Fällen wurde ein Verfahren eröffnet. Bis heute wurde nur in einem einzigen Fall ein Urteil wegen Mordes ausgesprochen. Aus diesem Grund bitten die Unterzeichner des Berufungsantrags um die Schaffung einer Ermittlungskommission, und die Verlegung der Prozesse in einen anderen indischen Staat.
Bei der Welle der Gewalt gegen Dalit und Christen aus tribalen Völkern im Distrikt Kandhamal mussten 56.000 fliehen. Rund 10. Flüchtlinge konnten noch nicht wieder in die eigenen Wohnungen zurückkehren. Über 5.600 Wohnungen und 295 Kirchen wurden verwüstet. (PA) (Fidesdienst, 11/10/2012)


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