ASIEN/SYRIEN - Maronitischer Erzbischof von Damaskus: Zweifel, Ängste und Gebete der Christen nach dem Blutbad in Bab Touma

Montag, 22 Oktober 2012

Damaskus (Fidesdienst) – Der blutige Anschlag das auf Stadtviertel Bab Touma in Damaskus am Vorabend der Friedensmission der Vertreter der Bischofssynode wirft unter den syrischen Christen neue Fragen auf, auf die „nur die kommenden Tage eine Antwort geben können“. Doch „viele haben sich bereits für die Auswanderung entschieden. Andere denken über ein rasches Verlassen des Landes nach“. Und eine Kirche ohne gläubige ist dazu bestimmt ein „stummer Zeuge“ zu sein. Dies betont der maronitische Erzbischof von Damaskus, Samir Nassar, in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, zur Reaktion der Christen auf das Attentat in der syrischen Hauptstadt, wo bei der Explosion einer Autobombe in der christlichen Altstadt insgesamt 13 Menschen starben und Dutzende verletzt wurden-
Erzbischof Nassar beschriebt die Panik, deren Zeuge er wurde, wo verängstigte Eltern „ihre Kinder in den Schulen des Stadtviertels suchten“, während die Sirenen der Krankenwagen den Eindruck von einer Zeit der Apokalypse untermalten. „Einige Gläubige“, so der Erzbischof, „knieten nieder und beteten vor dem Gottesdienst, der mit 20 Minuten Verspätung begann, zu unserer lieben Frau des Friedens… Beim Abendgottesdienst um 18.00 Uhr waren nur 23 Gläubige anwesend. Gemeinsam beteten wir für die Opfer des Attentats am Vormittag und für die Muslime in Syrien, die sich auf die Feier des Eid-al-Adha-Festes am kommenden 26. Oktober vorbereiten“.
Das Stadtviertel Bab-Touma ein symbolischer Ort für das Martyrium der Christen in Syrien. Hier, so Erzbischof Nassar, „war der heilige Paulus zur Zeit seiner Bekehrung und Taufe unterwegs. Hier floss 1850 das Blut von 11.000 Märtyrern, das jeden Quadratzentimeter tränkte.“ Bisher war das Stadtviertel von der Gewalt verschont geblieben, die in Syrien seit dem 15. März 2011 anhält. Welche Botschaft, so der Erzbischof, verbirgt sich hinter einem geplanten Attentat, wie es in der Altstadt verübt wurde, wo vorwiegen Christen leben? „Handelt es sich um absichtliche Gewalt, die die bereits erschöpften Christen zusätzlich verängstigen soll?“.
Angesichts von Angst und Schrecken, so der Erzbischof, sei die christliche Verkündigung mehr denn je die Botschaft vom „erlösenden Kreuz, von der Liebe und der Vergebung“. Christen in Damaskus und in ganz Syrien brauchten die Freundschaft und das Gebet alle, damit sie eine Situation ertragen können, die von „chaotischer und bitterer Einsamkeit“ gekennzeichnet ist. (GV) (Fidesdienst, 22/10/2012)


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