AFRIKA/ÄGYPTEN - „Politische Weiterbildung“ für ägyptische Katholiken

Dienstag, 16 Oktober 2012

Kairo (Fidesdienst) – In den kommenden Wochen werden die katholischen Gemeinden in Ägypten neue Kurse für politische Weiterbildung anbieten, die angesichts der derzeitigen Übergangszeit und deren oft unverständlichen Prozessen, entsprechendes Hintergrundwissen vermitteln sollen. Die Initiative wurde vom koptisch-katholischen Patriarchat als Pilot-Projekt schon kurz nach dem Sturz des Mubarak-Regimes auf den Weg gebracht. „Nun“, so der katholische Weihbischof von Alexandria, Botros Fahim Awad Hanna, zum Fidesdienst, „hat der Pastoralrat der katholischen Kirche in Ägypten bei seinem jüngsten Treffen Anfang Oktober eine Intensivierung dieser Bildungsangebote angeregt und sie als Priorität für alle katholischen Gemeinden in Ägypten empfohlen“.
Bereits Anfang des Jahres 2011 habe man es als Notwendigkeit erachtet, dass angesichts der politischen und sozialen Veränderungen ein Urteilsvermögen gefördert werden musste. „Bereits im März jenes Jahres“ so Bischof Fahim Hanna, „wussten wir, dass etwas getan werden musste. Wir haben daraufhin Treffen anberaumt, die im Abstand von zwei Wochen in den Räumlichkeiten des koptisch-katholischen Patriarchats stattfanden. An diesen Veranstaltungen nahmen im Durchschnitt etwa achtzig Personen teil, darunter auch viele Muslime. Viele der Anwesenden waren selbst Lehrer und Ausbilder, die die Inhalte in den eigenen Gemeinden weitergaben.“ Im Mittelpunkt dieser Veranstaltungen habe stets die Soziallehre der Katholischen Kirche gestanden. Dabei habe man sich an der Achtung der Menschenrechte und dem säkularen Stand der Bürger inspiriert, was eine Grundlage für ein friedliches und freies Zusammenleben schaffen sollte.
Angesichts der jüngsten Entwicklungen und des Entstehens vieler Parteien und Bewegungen sowie der Stärkung der Muslimbrüder, sei die Beschäftigung mit der politischen Aktualität noch dringlicher geworden. „Die verfassungsgebende Versammlung hat ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen“, so der Bischof, „Es wird eine neue Verfassung geben. Dabei werden Entscheidungen getroffen, die sich auf unser Leben als Individuen und Gemeinschaften auswirken. Immer wenn Entwürfe veröffentlicht werden, sollten wir in der Lage sein, eine Analyse anzustellen, damit wir uns eine Meinung bilden und diese ausdrücken können. Auf diese Weise werden wir auf vernünftige Weise Ja oder Nein zur neuen Verfassung sagen können“. (GV) (Fidesdienst, 16/10/2012)


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