AFRIKA/MALI - Heftige Debatte zur Krise im Norden des Landes: Verhandlungen oder Krieg?

Mittwoch, 10 Oktober 2012

Bamako (Fidesdienst) – „In Mali findet eine heftige Debatte zwischen Befürwortern des Dialogs und denjenigen, die eine militärische Lösung der Krise fordern, statt“, so der Sekretär der Bischofskonferenz von Mali, Pfarrer Edmond Dembele. „Welche der beiden Positionen siegen wird, werden wir in den nächsten Tagen sehen. Algerien entsandte vor kurzem seinen Minister nach Bamako und bekräftigt, dass Verhandlungen die beste Lösung sind, während es hier in Mali auch zahlreiche Anhänger der militärischen Option gibt. Der Staat hat bisher noch keine offizielle Entscheidung getroffen, obschon der Interims-Präsident den Dialog als beste Lösung bezeichnete“. Im September hatte Mali unterdessen offiziell eine UN-Resolution für die Genehmigung des „Eingreifens internationaler Militäreinheiten“ beantragt, um „die von verschiedenen bewaffneten islamitischen Gruppen besetzten Gebiete im Norden zurückzuerobern“ (vgl. Fidesdienst vom 25/09/29012).
Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO) will 3.000 Soldaten bereitstellen, doch es wurden Zweifel laut, ob eine so geringe Anzahl von Soldaten die Sicherheit im Norden nach der Rückeroberung der wichtigsten bewohnten Gebiete garantieren kann. „Es ist wahr, dass 3.000 Soldaten zu wenig sind um ein so großes Gebiet wie den Norden Malis zu kontrollieren, doch es stimmt auch, dass sie nicht alleine sind, denn die Einheiten der CEDAO werden dabei mit den malischen Soldaten zusammenarbeiten. Hauptziel der Regierung ist die Befreiung der großen Städte im Norden aus den Händen der Extremisten, damit eine endgültige Lösung für die Krise im Norden gefunden werden kann“, so Pfarrer Dembele im Gespräch mit dem Fidesdienst.
Ungewiss ist das Verhalten der MNLA (Bewegung für die Befreiung des Azawad), die den Unabhängigkeitskampf begann, dann aber die Kontrolle verloren hat. „Der von der CEDEAO ernannte Mittler und Präsident von Burkina Faso, Blaise Compaoré hat Kontakte zur MNLA aufgenommen, die ihre Position zwischenzeitlich geändert hat: zunächst hatte sie die Unabhängigkeit des Nordens proklamiert und nun spricht man von Selbstbestimmung. Zahlreiche Beobachter vertreten die Ansicht, dass man sich bei der Rückeroberung des Nordens mit der MNLA verbünden sollte“, so Pfarrer Dembele abschließend. (LM) (Fidesdienst, 10/10/2012)


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