ASIEN/SYRIEN - Delegierter Vikar von Aleppo: Christen helfen Flüchtlingen, sie greifen nicht zu den Waffen

Freitag, 21 September 2012

Aleppo (Fidesdienst) – „Es gibt Zehntausende Binnenflüchtlinge in der Region um Aleppo, die aus umkämpften Stadtvierteln fliehen mussten. Sie sind in Schulen, Kirchen und Moscheen, in öffentlichen Gebäuden und in provisorischen Unterkünften untergebracht. Sie brauchen etwas zu essen und zu trinken, einen Schlafplatz, Kleidung und medizinische Versorgung. Viele unserer freiwilligen Helfer aus unseren Gemeinden kümmern sich um diese Menschen“, so der delegierte Vikar des Apostolischen Vikariats Aleppo, P. Georges Abou Khazen (ofm), zum Fidesdienst.
Zu den Nachrichten über bewaffnete Selbstschutztruppen, die christliche Viertel gegen Übergriffe ausländischer Milizionäre schützen sollen, sagt der Franziskanerpater: „Die Kirche tut nichts anderes als Liebe und Frieden predigen. Dies gilt auch unter tragischen Umständen, so wie wir sie derzeit erleben. Jeder ist dem eigenen Gewissen Rechenschaft schuldig, doch die Verbreitung der Nachricht von christlichen Gruppen, die sich bewaffnet haben sollen, kann verheerende Folgen haben. Es ist wie ein Zeichen: sie sind bewaffnet, deshalb müssen wir sie alle töten“.
Pater Abou Khazen erinnert jedoch an die Verantwortlichkeit der internationalen Staatengemeinschaft im Hinblick auf die Zuspitzung des Konflikts in Syrien: „Die anderen Länder sollten die Konfliktparteien zu einem Waffenstillstand bewegen und dann gemeinsam nach einem Ausweg aus dieser Tragödie suchen. Doch es kommen nicht einmal Hilfen für die Vertriebenen aus dem Ausland. Man versorgt das Land vielmehr mit Waffen, die nur Tod und Zerstörung mit sich bringen“.
Auch Papst Benedikt XVI. hatte den Waffenhandel auf seinem Flug nach Beirut als „schwere Sünde“ bezeichnet, die zu den Ursachen der Konflikte im Nahen Osten gehört. Dabei betonte der Papst, dass der Import von Waffen muss beendet werden müsse, denn nur durch die Einfuhr von Waffen könnten Kriege fortgesetzt werden. (GV) (Fidesdienst, 21/09/2012)


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