AFRIKA/SYRIEN - Christen bilden bewaffnete „Volkskomitees“ zum Schutz vor Gewalt

Dienstag, 18 September 2012

Homs (Fidesdienst) – Christen in Syrien organisieren in verschiedenen Städten „Volkskomitees zum Selbstschutz“, denen bewaffneten jungen Männern angehören, die ihre Stadtviertel vor Banditentum und Gewalt schützen wollen. Christliche Gemeinden wurden insbesondere im „Tal der Christen“ (im Westen des Landes), in der Altstadt von Aleppo, im Stadtviertel „Jaramana“ und in den Dörfern Qusayr und Rableh in den vergangenen Monaten immer wieder Opfer von Missbrauch, Gewalt, Diebstahl und Massakern. Trotz wiederholter Aufrufe der syrischen Bischöfe, die die Gläubigen auffordern, „nicht zu den Waffen zu greifen“ und „geduldig zu sein“, sind diese so genannten Selbstschutzgruppen insbesondere innerhalb der griechisch-orthodoxen und armenischen Glaubensgemeinschaft entstanden, da sie „Notwendigkeit des Selbstschutzes“ sehen. Wie Beobachter aus Syrien dem Fidesdienst berichten, „handelt es sich nicht um Milizen oder Kampfeinheiten, sondern um bewaffnete Wachposten, die die Sicherheit in den christlichen Gebieten garantieren sollen“.
Unterdessen wurde die syrisch-katholische erzbischöfliche Residenz in Homs, im Stadtviertel al-Hamidiyah, im Zentrum der Stadt, in Brand gesteckt. Erzbischof Georges Kassab und die Priester und Gläubigen der Glaubensgemeinschaft äußern ihr Entsetzen im Hinblick auf diese „ungerechtfertigte Handlung“. In der Nacht zum 13. September drangen rund ein Dutzend bewaffnete Männer in die Residenz ein, die infolge der Unruhen seit Monaten leer steht. Sie gossen mehrere Benzintanks auf dem Gelände aus und steckten die Anlage in Brand. Die „Gründe für diesen Racheakt sind nicht bekannt. (PA) (Fidesdienst, 18/09/2012)


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