AFRIKA/KENIA - Über 100 Tote bei Stammeskonflikten: Christliche Kirchen fordern Eingreifen der Regierung

Donnerstag, 13 September 2012

Nairobi (Fidesdienst) – Christliche Kirchen appellieren an die Regierung in Kenia mit der Bitte um Sicherheitsmaßnahmen im „Tana River District“, wo bei heftigen Auseinandersetzungen zwischen Pokoma und Orma am 10. September weitere 38 Menschen starben. Damit steigt die Zahl der Menschen, die in der Region in den vergangenen drei Wochen gewaltsam ums Leben kamen auf insgesamt 111.
Wie die katholische Agentur CISA mitteilt fordert der Rat der Kirchen in Kenia (NCCK) in einer Verlautbarung mit dem Titel „Die Regierung soll regieren“: „Als Teil der christlichen Glaubensgemeinschaft in Kenia sind wir erschüttert im Hinblick auf die Tatsache, dass kenianische Staatsbürger ermordet und Eigentum und Viehbestände geplündert werden, ohne dass jemand dafür bestraft wird. Es ist für uns vollkommen unverständlich, dass über einhundert Kenianer im Distrikt Tana River in den vergangenen drei Wochen ermordet wurden und die Regierung nicht in der Lage oder nicht dazu entschlossen ist, die Sicherheit wieder herzustellen“.
Die Vertreter der christlichen Kirchen fordern die Verfolgung der Verantwortlichen und mehr Sicherheitsmaßnahmen sowie die Bekämpfung der Gründe, die zu dieser Gewalt führen. Es müsse eine klare Grenze zwischen dem Fluss Tana und der Grafschaft Garissa festgelegt werden, damit das Problem der Wasserversorgung gelöst wird. Sollte der Konflikt in der Region nicht gelöst werden, wäre dies ein gefährliches Beispiel für andere Regionen des Landes, in denen ebenfalls schwelende Konflikte existieren und die Stämme sich zur Selbstjustiz aufgefordert fühlen könnten, so die Religionsvertreter abschließend. (LM) (Fidesdienst, 13/09/2012)


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