ASIEN/MYANMAR - Offener Krieg zwingt Menschen zur Flucht: humanitäre Krise im birmanischen Staat Kachin

Donnerstag, 10 Mai 2012

Banmaw (Fidesdienst) – Die kriegerischen Handlungen der birmanischen Armee im Norden Myanmars in dem vom Volk der Kachin bewohnten gleichnamigen Staat nehmen zu: Caritas und wenigen andere Hilfsorganisationen, die dort aktiv sind, warnen deshalb vor einer Zuspitzung der humanitäreren Krise, nachdem immer mehr Menschen aus den betroffenen Gebieten fliehen. „Erst heute kamen wieder neue Familien in den Aufnahmelagern und den Unterkünften in den Pfarreien an, die für die Vertriebenen zur Verfügung gestellt werden. Sie kommen vor allem aus dem Grenzgebiet. Sie berichten von heftigen Bombardierungen“, so ein Mitarbeiter der Caritaszentrale in Banmaw. Die katholische Diözese Banmaw befindet sich in der Region Kachin. Die katholische Ortskirche versucht Flüchtlingen bestmöglich zu helfen (vgl. Fidesdienst vom 30/04/2012).
Auch die Nichtregierungsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ (CSW) berichtet in einer Verlautbarung, die dem Fidesdiesnt vorliegt von 126 Zeugenaussagen, die die offenen Auseinandersetzungen zwischen der birmanischen Armee und den Kämpfern der „Kachin Independence Army“ bestätigen. Der Konflikt hält an, obschon der birmanische Präsident Thein Sein bereits am 10. Dezember die Streitkräfte zu einer Waffenruhe anhielt. Infolge der Konflikte verließen bisher rund 70.000 Menschen die Region. Die Aufnahmecamps sind inzwischen überlastet. Es werde von Gräueltaten der Soldaten unter Zivilisten berichtet, so CWS, allerorts komme es zu Menschenrechtsverstößen, Vergewaltigungen, Folter und Morden.
In den vergangenen Tagen hatte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Bang Kn Moon, bei einem Besuch in Myanmar die Unterstützung der Vereinten Nationen bei der Unterzeichnung eines Friedensabkommens versprochen: „Die Situation in Kachin verstößt gegen die positiven Vereinbarungen über einen Waffenstillstand mit allen ethnischen Gruppen. Das Volk der Kachin sollte einen Anspruch darauf haben, dass ein Waffenstillstand und politische Verhandlungen Frieden und Entwicklung bringen", so Ban Ki Moon, der in diesem Zusammenhang auch den Zugang der Hilfswerke zu den von Kachin bewohnten Gebieten fordert.
Die Kachin stellen folgende Bedingungen für den Beginn von Friedensverhandlungen: Beendigung der militärischen Operationen der regulären Streitkräfte, Rückzug der Truppen, Beendigung des Missbrauchs unter Zivilisten, Rückführung der Vertriebenen in ihre Heimat. (PA) (Fidesdienst, 10/05/2012)


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