EUROPA/SPANIEN - Missionare prangern Versklavung von 400 Millionen Kinder in aller Welt an

Montag, 16 April 2012

Rom (Fidesdienst) – Anlässlich des Welttags gegen die Versklavung von Kindern, der am heutigen 16. April begangen wird, prangern Missionare und internationale Nichtregierungsorganisationen die Versklavung von rund 400 Millionen Kindern in aller Welt an. Viele werden bei der Herstellung von Waren eingesetzt, die in Europa und anderen westlichen Ländern verkauft werden. Die Konferenz der spanischen Ordensleute (CONFER) stellt eine Liste der Länder zur Verfügung, in denen das Phänomen am weitesten verbreitet ist und in einer Verlautbarung, die dem Fidesdienst vorliegt, erinnern die Ordensleute daran, dass „diese Versklavung indirekt auch Teil unseres Alltags ist, da die Bananen die wir essen oder der Kaffee, den wir trinken aus Plantagen stammen, in denen Kinder in Lateinamerika oder Afrika arbeiten“. Man dürfe keine Anstrengungen unterlassen, wenn es darum geht „Behörden dazu aufzufordern, ihre eigene Verantwortung zu übernehmen und gegen solche Ausbeutung vorzugehen, damit alle Kinder den rechtlichen Schutz erhalten, auf den sie Anspruch haben“.
Das Datum des Tages gegen Versklavung von Kindern geht auf den 16. April 1995 zurück, als der 12jährige pakistanische Junge Iqbal Masih von der Textil-Mafia seines Landes ermordet wurde, weil er auf seine eigene Ausbeutung aufmerksam gemacht hatte. Iqbal arbeitete bereits seit dem Alter von 4 Jahren in der Textilindustrie und nachdem ihm mit 10 Jahren die Flucht gelang berichtete er in Parlamenten und Universitäten der Vereinigten Staaten und Europas über seine Erfahrung.
Wie die spanischen Ordensleute mitteilen, ist das Phänomen vor allem in Indien und Afghanistan weit verbreitet, wo Kinder auch im Baugewerbe arbeiten. In Brasilien werden Kinder in Minen eingesetzt, in Myanmar müssen sie auf Zuckerplantagen arbeiten, in China arbeiten sie in Fabriken, die Feuerwerksköper herstellen, in Sierra Leone werden Kinder in Diamant-Minen ausgebeutet, in der Demokratischen Republik Kongo arbeiten Kinder ebenfalls in Bergwerken und in Benin und Ägypten sind nach Schätzungen rund 1 Millione Kinder in der Baumwolindustrie tätig und in Cote d’Ivoire werden schließlich rund 12.000 Kinder bei der Kakaoernte ausgebeutet. (AP) (Fidesdienst, 16/04/2012)


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