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Asia

2011-10-03

ASIEN/IRAN - Christen aus dem Iran werden nach ihrer Flucht auch im Ausland bedroht

Teheran (Fidesdienst) – Viele Christen aus dem Iran sehen sich gezwungen aus religiösen Gründen ihre Heimat zu verlassen, wobei sie jedoch auch in den Zufluchtsländern oft unter Druck stehen.
Wie die Nichtregierungsorganisation „Christian Solidarity Worldwide“ mitteilt, wurden elf Christen, die aus dem Iran flüchteten, weil ihre protestantischen Gemeinden dort verfolgt wurden, nun auch im Ausland bedroht. Radikalislamische Gruppen fordern sie in E-mails, die sie erhalten auf, Reue zu zeigen, denn andernfalls werde man sie „rücksichtslos eliminieren“. Die Absender dieser E-mails sollen Kontakte zum iranischen Geheimdienst haben. Wie der protestantische Priester, Rev. Samuel Yeghnazar, mitteilt, der im Iran verschiedene Hauskirchen betreute, „sollte man solche Drohungen auf jeden Fall ernst nehmen“.
Unterdessen fürchten die Christen im Iran auch um das Leben des iranischen Pastors Yousef Nadarkhani, der dort zum Tode verurteilt wurde. Nach Aussage von Beobachtern aus christlichen Kreisen im Iran, wird über das Schicksal des Pastors der örtliche Religionsführer Ayatollah Ghorbani, entscheiden. Man befürchtet, dass auch falsche Anschuldigungen herangezogen werden, um ein Todesurteil gegen den Pastor zu erwirken.
In den vergangenen elf Monaten wurden 137 Christen im Iran willkürlich festgenommen, rund 40 davon wurden mehrer Wochen im Gefängnis festgehalten. Die lebensgefährliche Bedrohung der Christen im Iran so Pastor Yeghnazar, stellten die „heuchlerische Haltung“ der Regierung unter Beweis, die behaupte, dass „die Gläubigen Religionsfreiheit genießen“.
Nach Ansicht des CSW sollten die Gastländer, die Flüchtlinge und Asylsuchende aus dem Iran aufnehmen „diesen Menschen ausreichenden Schutz gewähren“. Auch in Australien würden Flüchtlinge aus dem Iran von den Zuwanderungsbehörden schlecht behandelt und man verweigert ihnen ein Einreisevisum. In den Jahren 2009 bis 2010 stellten 197 Iraner einen Asylantrag in Australien. Im Jahr 2011 waren es 1.549. Insgesamt wurde nur in 27% der Fälle die Einreise genehmigt. (PA) (Fidesdienst, 03/10/2011)

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