AFRIKA/NIGERIA - Regierung und Rebellen verhandeln über das Nigerdelta. Erdölpreise sinken.

Donnerstag, 30 September 2004

Abuja (Fidesdienst) - Die nigerianische Regierung und die Ijaw-Rebellen unter Mujahid Dokubo Asari, der die „Niger Delta People’s Volunteer Force“ leitet, setzen in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ihre Verhandlungen fort (vgl. Fidesdienst vom 29. September 2004). Nach eigenen Angaben soll Asari eine zeitweilige Vereinbarung mit den nigerianischen Behörden getroffen haben. Gespräche mit dem nigerianischen Präsidenten Olusegun Obasanjo seien geplant. An den Gesprächen soll auch Ateke Tom, Anführer einer anderen Rebellenbewegung teilnehmen, die in der Vergangenheit auf Oppositionskurs zur Asari gegangen waren. Das Präsidentenamt hat diese Mitteilung bisher nicht bestätigt.
Infolge der Stellungnahme Asaris gingen jedoch bereits die Ölpreise wieder zurück, die in den vergangenen Tage nach der Veröffentlichung einer Verlautbarung der „Niger Delta People’s Volunteer Force“ in die Höhe geschnellt waren und die 50-Dollar-Grenze pro Barrel erreicht hatte. Die Rebellenbewegung hatte die Arbeiter der Erdölunternehmen, die Förderanlagen im Nigerdelta betreiben, bedroht, sollte die Regierung nicht umgehend zu Verhandlungen über die Selbstbestimmung in der Region und eine bessere Verteilung der Erdölgewinne bereit sein. Nach Ansicht von Experten, hängt der Anstieg der Erdölpreise jedoch nicht nur von der Situation in Nigeria ab. Verantwortlich seien auch die vom Hurrikan Ivan verursachten Schäden in der US-amerikanischen Erdölproduktion und der Rückgang der Rohölvorräte in den USA, die Situation im des russischen Erdölunternehmens Yukos und die hohe Erdölnachfrage aus China.
Der Erdölpreis liegt derzeit wieder bei rund 45 Dollar pro Barrel. Nigeria fördert 2,3 Millionen Barrels pro Tag und liegt damit unter den Erdölförderländern an siebter Stelle.
Die nigerianische Regierung hat unterdessen die Sicherheitsmaßnahmen im Gebiet des Nigerdelta erhöht und Soldaten und Sondereinheiten der Polizei zur Überwachung der Förderanlagen stationiert. (LM) (Fidesdienst, 30/09/2004 - 27 Zeilen, 273 Worte)


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