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Vaticano

2003-06-27

VATIKAN - AUCH ANGESICHTS AUFTRETENDER SCHWIERIGKEITEN ERMUTIGT DER PAPST DIE BISCHÖFE: „KIRCHE IN INDIEN ERNEUERE DEIN MISSIONARISCHES ENGAGEMENT“

Vatikanstadt (Fidesdienst) – „Die Evangelisierung ist eine Aufgabe, den sich alle Mitglieder der Kirche kraft der eigenen Taufe teilen … Es ist schade, dass auch heute noch in vielen Teilen Indiens unnötige Hindernisse bestehen, die noch immer die Verkündigung des Evangeliums verhindern. Die Bürger einer modernen Demokratie sollten nicht wegen ihrer religiösen Überzeugung leiden müssen. Und sie sollten sich auch nicht dazu gezwungen fühlen, den eigenen Glauben geheim zu halten, damit sie in den Genuss grundlegender Rechte, wie zum Beispiel Bildung und Arbeit gelangen“, so der Heilige Vater bei der ad limina-Audienz für eine Gruppe von Bischöfen des Lateinischen Ritus der Indischen Bischofskonferenz aus den Provinzen Cuttack-Bhubaneswar, Patna und Ranchi am 26. Juni. Der Papst rief die Bischöfe dazu auf, auch angesichts auftretender Schwierigkeiten „Licht der Hoffnung und des Mutes zu sein und Klerus, Ordensleute und Laien dazu zu ermutigen, Christus weiterhin zu predigen, der uns liebt bis zum Tod, dem Tod am Kreuz“.
In seiner Ansprache betonte Papst Johannes Paul auch die Notwendigkeit der Erstevangelisierung und der Ausbildung von Katechisten: „Die Aufgabe der Erziehung der Gläubigen zur Achtung und zur Verkündigung des Glaubens betrifft die Eltern, Lehrer und Katechisten von heute. Aus diesem Grund ist es grundlegende Aufgabe jedes Bischofs, die Präsenz entsprechend ausgebildeter Laien sicherzustellen, die bereit sind, den Glauben zu lehren“. Mit dieser Aufgabe sei auch der Respekt für die Kultur und den Dialog mit den Brüdern und Schwestern anderer Religionen verbunden: „Der interreligiöse Dialog steigert nicht nur das gegenseitige Verständnis und den gegenseitigen Respekt sondern er fördert auch den Einklang der Gesellschaft mit den Rechten und der Würde aller“. In diesem Zusammenhang unterstrich der Papst auch, dass Versuche der Kirche auf diesem Gebiet „manchmal von mangelnder Zusammenarbeit seitens der Regierung und von Störungen durch fundamentalistische Gruppen behindert wurden“; trotzdem wünschte er, dass die ausgeprägte indische Tradition des Respekts für religiöse Unterschiede das Entstehen von gegenteiligen Tendenzen nicht erlaube, wobei er die Bischöfe aufforderte den Dialog fortzuführen und sich nicht entmutigen zu lassen.
Auch die Notwendigkeit der Gewährleistung einer soliden philosophischen und theologischen Ausbildung für Seminaristen und Priester mache ein entschiedenes Engagement der Bischöfe erforderlich: „Ausbilder und Professoren“, so Papst Johannes Paul II., „sind verpflichtet die Botschaft Christi in ihrer Gesamtheit als einzigen Weg und nicht als einen Weg unter vielen zu verkünden“. Der Papst nannte in diesem Zusammenhang auch die in einigen Teilen des Landes noch bestehenden Formen von Stammesdenken, dass manchmal sogar zur Ablehnung von Bischöfen und Priestern führt, wenn diese nicht dem eigenen Volk angehören: „Stammesunterschiede dürfen nicht als Grund für die Ablehnung des Wortes Gottes benutzt werden. Alle Christen sollten ihr Gewissen prüfen, damit sie sicher sind, dass sie immer und überall alle Kinder Gottes lieben, auch diejenigen die anders sind …“. Abschließend dankte der Papst den vielen Priestern und Ordensleuten, die „ein vorbildliches Leben im Zeichen der Armut, der Nächstenliebe und der Heiligkeit führen“ und forderte die ganze Kirche in Indien zur „Erneuerung des missionarischen Engagements“ auf.
(SL) (Fidesdienst 27/6/2003 – 43 Zeilen, 511 Worte)

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