AFRIKA/ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK - Nicht das ganze Land wird bei der Präsidentschaftswahl die Stimme abgeben können

Samstag, 22 Januar 2011

Bangui (Fidesdienst) – Rund 1,8 Millionen Wähler werden bei der morgigen 23. Januar ihre Stimme bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl in der Zentralafrikanischen Republik stimmberechtigt sein. „Die Situation in der Hauptstadt Bangui ist ruhig. Wir hoffen, dass die Wahl friedlich verlaufen wird“, so Beobachter aus Kreisen der Ortskirche zum Fidesdienst. „Nicht das ganze Land wird wählen können, denn einige Regionen im Osten und Nordosten des Landes befinden sich in den Händen verschiedener Rebellengruppen“.
„Diese Gruppen“, so die Beobachter, „sind ziemlich heterogen. Neben mindestens drei zentralafrikanischen Rebellenbewegungen gibt es auch Gruppen aus dem Tschad und dem Sudan, insbesondere aus der Region Darfur, die sich in der Zentralafrikanischen Republik aufhalten um den Armeen der eigenen Länder zu entkommen“.
Der scheidende Staatspräsident Francois Bozizé gilt bei der bevorstehenden Wahl als Favorit. Die anderen Kandidaten für das Amt des Präsidenten sind: Ange-Félix Patassé, ehemaliger Staatschef der von Bozizé 2003 gestürzt wurde; der ehemalige Premierminister Martin Ziguélé; Jean-Jacques Demafouth, ehemaliger Verteidigungsminister und Anführer der Armée Populaire pour la Restauration de la Démocratie (APRD), einer der größten Guerillagruppen des Landes, die die Friedensvereinbarungen unterzeichneten.
„Die Bischöfe haben die Bürger aufgefordert, ihre stimme abzugeben und dabei betont, dass es sich um ein Recht und eine Pflicht handelt“, so der Beobachter, „wir hoffen, dass die Wahlen den Frieden im Land konsolidieren werden, denn dies ist eine unverzichtbare Voraussetzung für die Verbesserung der Lebensbedingungen“.
Zentralafrika hat eine Ausdehnung von 622.984 qkm. Das Land hat keinen Zugang zum Meer und grenzt an den Tschad, den Sudan, die Demokratische Republik Kongo, die Republik Kongo und Kamerun. Die Zahl der Einwohner liegt bei rund 4,4 Millionen, davon rund 350.000 ausländische Flüchtlinge. Die jüngere Geschichte des Landes ist insbesondere von immer wiederkehrender Instabilität mit wiederholten Staatsstreichen gekennzeichnet. Seit 2005 wurde ein Friedensprozess und Maßnahmen zur Förderung der Demokratie auf den Weg gebracht. In jenem Jahr fanden auch die ersten demokratischen Wahlen seit 1998 statt, aus denen Bozizé als Sieger hervorging. Das Durchschnittseinkommen beträgt 454 Dollar pro Kopf und damit gehört die Zentralafrikanische Republik zu den ärmsten Ländern der Welt, obschon es über zahlreiche natürliche Ressourcen verfügt: Kaffee, Baumwolle, Tabak, Holz, Gold, Diamanten und Uran. (LM) (Fidesdienst, 22/01/2011)


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