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Dossiers

2004-03-20

Annalena Tonelli, 35 Jahre in Afrika: „Sie konnte alle begeistern!“

„Als sie 1969 zum ersten Mal nach Afrika kam, sah sie aus wie ein junges Mädchen, man sah ihr ihre 23 Jahre nicht an. Annalena wolle in den Schulen der Consolata Missionare in Thomsfall (Kenia) Englisch unterrichten. Sie kam mit zwei anderen Laienmissionarinnen, die wie sie ebenfalls aus Forli stammten und sich auf ihre Tätigkeit in der Mission freuten. Begeisterung: das war es, was sie ihren Mitmenschen vermittelte. Man bekam Lust, die eigene Arbeit liegen zu lassen und ihr zu helfen.“
So beschreibt Schwester Orietta Pinta von den Consolata Missionarinnen ihre Erinnerungen an die junge Annalena Tonelli, die direkt aus Italien kam, wo sie sich auch in ihrer Heimatstadt um arme Menschen gekümmert hatte, und nun in der vom Samburu-Volk bewohnten Mission Maralal, arbeiten wollte, wo die Schwestern eine Schule hatten, die von 164 Mädchen besucht wurde.
Im Laufe der Jahre besuchte Annalena die Mission der Schwestern im Wüstengebiet immer wieder und dabei erkannte sie, dass sie vor allem für die Arbeit unter den TBC-kranken Nomaden geeignet war. Deshalb beschloss sie nach ihrem bereits abgeschlossenen Jurastudium auch noch ein Medizinstudium zu absolvieren und kehrte als Fachärztin für Tropenkrankheiten nach Afrika zurück.
„Annalena war eine starke und fröhliche Frau, die harte Arbeit machte ihr nichts aus“, so Schwester Orietta. „Sie besaß eine große Opferbereitschaft und so kam es, dass sie mit den Menschen, denen sie ihre ganze Energie widmete, auch das Leben in der Armut teilte. Sie schlief auf einer Matte obwohl in ihrem Zimmer ein Bett stand, denn ihre Opferbereitschaft war so groß wie ihr Herz.“
Auch Schwester Floriana Lano, die von 1970 bis 1991 als Missionarin in Mogadischu tätig war, erinnert sich noch gut an Annalena, die damals schon gereift war, und dies nicht nur als Frau sondern auch in ihrer Überzeugung, als Laienmissionarin, ihr Leben ganz für das somalische Volk hingeben zu wollen. „Als sie zur geistlichen Einkehr zu uns kam, erzählte sie uns von ihrer Tätigkeit im Krankenhaus von Wajir, wo sie das Projekt der Weltgesundheitsorganisation leitete. Dort war sie bei einem Überfall verletzt worden. Als wir sie im Krankenhaus besuchten, um uns zu erkundigen wie es ihr ging, war sie es, die uns Mut zusprach. Sie war eine Frau, die keine Angst hatte und sich nicht erpressen ließ und sie sagte uns damals, dass sie nach ihrer Genesung sofort wieder arbeiten wollte. Sie widmete sich ihrer Arbeit voll und ganz und ihre Kräfte schienen sich nie zu erschöpfen. Sie war ein Vorbild, wenn es um die Hingabe ging, auch für uns Schwestern.“ (M.F.D.’A.) (Fidesdienst 20/3/2004 - 29 Zeilen, 416 Worte)

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