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Asia

2004-01-13

Asien/Nordkorea - Humanitäre Hilfe für Nordkorea: Bericht der Caritas-Delegation zum Besuch in Schulen und Krankenhäusern in den armen Regionen Nordkoreas

Hongkong (Fidesdienst) – „Die Hilfsprogramme der Caritas sind weiterhin ausschlaggebend. Dabei konzentrieren wir uns weiterhin auf die Lebensmittelversorgung und die Lebensmittelsicherheit sowie auf die Unterstützung des Agrarsektors und des Gesundheitswesens. Wir werden weiterhin schwerpunktmäßig in den östlichen Gebieten Nordkoreas tätig sein, die besonders arm sind. Unsere humanitäre Hilfe soll und darf nicht aus politischen Gründen beeinträchtigt werden. Es sind Nothilfen notwendig aber auch langfristige Programme zur Verbesserung der Produktivität“, so Kathi Zellweger, die Leiterin der Projekte von Caritas Hongkong, in ihrem Bericht zu einem jüngsten Besuch in Nordkorea, der dem Fidesdienst vorliegt.
Vom 2. bis 9. Dezember 2003 besuchte eine Delegation der Caritas die Küstengebiete im Osten Nordkoreas und die drei Verwaltungsbezirke im Süden des Landes. Dabei trafen die Caritas-Mitarbeiter Vertreter der Regierung und der Provinzverwaltungen. Außerdem konnten sie einen Kindergarten, eine weiterführende Schule, drei Lebensmittelhersteller, zwei landwirtschaftliche Kooperativen, eine Klinik und ein Krankenhaus besuchen. Außerdem begegneten sie zahlreichen Familien, die von Caritas-Hilfsprogrammen betreut werden.
In ihrem Bericht weist Frau Zellweger darauf hin, dass trotz einem Anstieg der Ernteerträge (um 4,7% im Jahr 2003 im Vergleich zum Vorjahr) nach Schätzungen der FAO (Food and Agriculture Organization) weiterhin ein Getreidedefizit von 944.000 Tonnen besteht. Insgesamt stehen 4,1 Millionen Tonnen Getreide aus der eigenen Ernte zur Verfügung, wobei der Bedarf jedoch bei insgesamt 5 Millionen Tonnen liegt. Deshalb bleibt die Lebensmittelversorgung weiterhin problematisch und die Ernährung weiterhin unausgeglichen: auf dem Speiseplan stehen zahlreiche Getreideprodukte aber nur wenig Fett und Proteine.
Das Hauptproblem des Agrarsektors besteht vor allem im Mangel an Ackerland und bei dem zur Verfügung stehenden Saatgut und Arbeitsgerät. „Trotz eines Anstiegs bei der Produktion in den westlichen Provinzen ist die Unterstützung der Produktion in den östlichen Provinzen weiterhin lebensnotwendig, damit die Menschen dort mit Lebensmitteln versorgt werden können“, heißt es in dem Bericht. In diesen Regionen werden vorwiegend Kartoffeln und Reis angebaut.
Auch das Gesundheitssystem ist für die Caritas-Mitarbeiter weiterhin Anlass zur Sorge: Ärzte und Krankenpfleger verfügen zwar über eine gute medizinische Grundausbildung, doch oft fehlt es an Medikamenten und medizinischem Gerät, weshalb die Patienten nicht in angemessenem Maß versorg werden können. Darunter leiden vor allem die Schwächeren unter den Kranken. Die Caritas-Delegation konnte sich zwar von der Nutzung der im Rahmen der Hilfsprogramme zur Verfügung gestellten Mittel überzeugen, doch sie mussten auch feststellen, dass es noch viel zu tun gibt, vor allem, was die Ausbildung des Personals und die Versorgung mit medizinischem Gerät in den ländlichen Gebieten anbelangt.
Obschon es auch durch gezielte humanitäre Hilfsprogrammen für Kinder in den vergangenen Jahren stetige Fortschritte erzielt werden konnten, sind immer noch viele Kinder unterernährt, wie auch die Statistiken der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigen. Die Kinder sind im Durchschnitt für ihr Alter zu klein und zu schwach. Jugendliche im Alter von 15 Jahren haben meistens das Aussehen von 10jährigen Kindern. Abgesehen von der körperlichen Entwicklung brauchen diese Kinder und Jugendlichen auch weiterhin Unterstützung bei der emotionellen und intellektuellen Entwicklung.
Im Rahmen eines 2003 veröffentlichten Caritas-Spendenaufrufs sollten bis zum März 2004 insgesamt 2,6 Millionen Dollar für die 9 Provinzen des Landes mit ihren insgesamt 8 Millionen Einwohnern gesammelt werden. Caritas Hongkong führt seit den 90iger Jahren Hilfsprogramme in Nordkorea durch. Seither erlaubte das Regime des mehrfach von Hungersnot und Naturkatastrophen betroffenen Landes humanitären Hilfswerken die Tätigkeit in Nordkorea. (PA) (Fidesdienst, 13/1/2004 – 51 Zeilen, 552 Worte)

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