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Asia

2003-12-03

ASIEN/INDIEN - „DAS FEST DES HEILIGEN FRANZ XAVER IST FÜR UNS ANLASS ZUR ERINNERUNG AN DEN WERTVOLLEN BEITRAG DER WESTLICHEN MISSIONARE IN INDIEN“, SO DER SPRECHER DER INDISCHEN BISCHOFSKONFERENZ ZUM FIDESDIENST

New Delhi (Fidesdienst) – Während heute in Indien anti-christliche Propaganda betrieben wird, die sich vor allem gegen Missionare richtet, „ist das Fest des heiligen Franz Xaver für uns Anlass zur Erinnerung an den wertvollen Beitrag, den westliche Missionare in Indien geleistet haben. Dies bekräftigt der Sprecher der indischen Bischofskonferenz, Pater Joseph Karakombil, im Gespräch mit dem Fidesdienst am heutigen 3. Dezember, dem Fest des heiligen Franz Xaver, großer Missionar im Orient und Schutzpatron der Missionen.
„Im allgemeinen“, so Pater Joseph im Gespräch mit dem Fidesdienst, „wird der heilige Franz Xaver und alle westlichen Missionare mit dem Kolonialismus in Verbindung gebracht, was dazu führt, dass vor allem negative Aspekte hervorgehoben werden. Doch wenn man die Geschichte und die Gegenwart aufmerksam betrachtet, erkennt man, dass die Tätigkeit der Missionare auch viele Vorteile gebracht hat, die Indien noch heute genießt. Das Fest des heiligen Franz Xaver, der als erster Missionar der lateinischen Kirche nach Indien kam ist deshalb Anlass zur Erinnerung an das, was die Missionare im Laufe der Jahrhunderte für das Bildungs- und Gesundheitswesen und im sozialen Bereich geleistet haben. Außerdem haben sie mit der Übersetzung von Texten und dem Verfassen von Wörterbüchern unter linguistischen Gesichtspunkten großes geleistet.“
„Alle Inder, die die Dienste der katholischen Glaubensgemeinschaft im Bidlungs- und Gesundheitswesen und die Einrichtungen im sozialen Bereich nutzen, haben eine sehr positive Auffassung, was die Präsenz der Kirche anbelangt.“, so Pater Joseph, „Doch es wird auch intensiv Propganda gegen Missionare betrieben, denen man vorwirft, eben diese Dienstleistungen dazu benutzen, um die Menschen zu bekehren. Diese gut organisierte Propaganda findet in den Medien, im Fernsehen, in der Politik und im Rahmen von Organisationen statt. Auf der anderen Seite ist die katholische Kirche sehr klein (nur 2% der indischen Bevölkerung) und deshalb nicht in der Lage dieser abwertenden Propaganda entgegenzuwirken. Wir verfügen weder über Fernsehsendern noch Zeitungen, die im ganzen Land erscheinen, im Gegensatz zu extremistischen Hindu-Gruppen. Wir sind unter diesem Gesichtpunkt eindeutig benachteiligt. Dabei sind wir zwar besorgt, lassen uns jedoch nicht entmutigen: wir betrachten es als eine Herausforderung, der wir uns stellen. Dabei vertrauen wir auf die Vorsehung und sind zum Zeugnis bereit.“
Das Fest des heiligen Franz Xaver wird in Indien mit Gebetsveranstaltungen, Seminaren und Prozessionen gefeiert. In Goa, wo der Heilige im Jahr 1542 ankam, besuchen zahlreiche Pilger heute und in den kommenden Tagen die Gedenkstätten. Die Erzdiözese hat zum Fest des Heiligen ein umfangreiches Veranstaltungprogramm vorbereitet. In den anderen indischen Ortskirchen werden Heilige Messen zum Gedenken an den großen Missionar gefeiert. Vorgesehen sind kulturelle Veranstaltunge, Austellungen, Musikaufführungen und Solidaritätsaktionen für arme Menschen, „die den missionarischen Geist des Heiligen vergegenwärtigen und dazu führen sollen, dass sein Charisma neu entdeckt wird.“, so der Sprecher der Bischofskonferenz.
Seine Abenteuer im Dienst der Evangelisierung verdankt der Jesuitenpater Franz Xaver (1506-1552) vor allem Papst Paul III. und dem heiligen Ignatius von Loyola. Am 7. September 1541, seinem 35. Geburtstag, bestieg Franz Xaver die “Santiago“, ein Schiff unter portugiesischer Flagge, das ihn nach Indien bringen sollte. Am 6. Mai 1542 landete er in Goa, von wo aus die Evanglisierung der Jesuiten im Fernen Osten begann. Der heilige Franz Xaver lernte die Landessprache, indem er Gebete übersetzte, Gemeinschaften besuchte, das Evangelium verkündete und viele Menschen zum katholischen Glauben führte. Er starb im Alter von 46 Jahren und konnte seinen Traum nie verwirklichen: sein eigentliches Ziel war China gewesen. (PA) (Fidesdienst 2/12/2003 – 51 Zeilen, 585 Worte)

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