Kinshasa (Fides) – Am 26. Oktober sind die Kämpfe in Süd-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) auf den Hochebenen von Fizi wieder aufgeflammt.
Ziel bleibt die Stadt Uvira, eine Hochburg der Regierungstruppen, die von Einheiten der burundischen Armee und den regierungsnahen Wazalendo-Milizen unterstützt werden, die gegen die Rebellen unter Führung des ehemaligen kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila kämpfen.
Die politische Neuigkeit ist die kürzlich erfolgte Gründung der „Front für den Wiederaufbau der Nation“ (Front pour la Refondation de la Nation, FRN) unter dem Vorsitz von Kabila. Die neue Bewegung präsentiert sich als Nachfolgerin der M23, einer ruandisch-gesinnten bewaffneten Gruppe, und ihres politischen Arms, der Allianz des Kongo-Flusses (Alliance Fleuve Congo, AFC) (siehe Fides, 13.10.2026).
Der FRN schließen sich auch einige hochrangige Offiziere der Streitkräfte der Demokratischen Republik Kongo (FARDC) an. Zu ihnen gehört Brigadegeneral François Kamanzi, ehemaliger Einsatzleiter der 12. Militärregion in der Provinz Kongo-Central, der aus den FARDC desertiert ist, um sich der neuen Bewegung anzuschließen.
Kamanzi stammt aus dem Osten der DR Kongo und hatte bereits in von Ruanda unterstützten Rebellenbewegungen gedient, darunter der Nationale Kongress zur Verteidigung des Volkes (CNDP) und die M23, bevor er im Rahmen des Integrationsprozesses für ehemalige Kämpfer in die FARDC eintrat. Laut kongolesischen Medienberichten könnten sich in den kommenden Wochen weitere Generäle und hochrangige Offiziere der FARDC der FRN anschließen.
Die Wiederaufnahme der Kämpfe in der Nähe von Uvira war durch eine Mitteilung angekündigt worden, die am 23. Oktober von der ACMEJ (Vereinigung gegen das Böse und für die Einbindung der Jugend) an den Fidesdienst gesendet wurde; diese Organisation setzt sich für die Verteidigung der Menschenrechte ein und hat ihren Sitz in der Ruzizi-Ebene.
„In Süd-Kivu kommt es trotz des Waffenstillstands regelmäßig zu Zusammenstößen vor Ort zwischen Soldaten der FARDC und denen der M23/AFC, jetzt FRN, die von ruandischen Streitkräften unterstützt werden. Außerdem treffen regelmäßig militärische Verstärkungen aus Ruanda ein“, heißt es in der Mitteilung.
Die ACMEJ berichtet ferner, dass eine Delegation der FRN und Ruandas während einer Rede am 17. Oktober in Kamanyola der Zivilbevölkerung die Absicht mitgeteilt habe, eine neue Offensive gegen die Dörfer in der Ruzizi-Ebene, die Hochlandgebiete und einen Teil des Gebiets von Mwenga zu starten. Nach Angaben der Organisation bestehe das Ziel darin, Uvira zurückzuerobern und in Richtung Fizi vorzustoßen, um anschließend die Kontrolle auf Katanga auszuweiten.
„Übereinstimmende, zuverlässige und überprüfte Quellen berichten, dass das Militär der FRN und ihre ruandischen Verbündeten, die zusammen mit weiteren aus Ruanda eingetroffenen Einheiten in Kamanyola und Katogota stationiert sind, ab dem 20. Oktober 2026 begonnen haben, die im mittleren Hochland gelegenen Dörfer Katogota und Lubarika anzugreifen. Der Plan sieht vor, Lubarika zu erreichen, nach Luvungi vorzustoßen und anschließend die Stadt Uvira einzunehmen“, heißt es in der Mitteilung weiter.
Wie missionarische Quellen von Fides bereits seit längerem berichten, soll das strategische Ziel der M23 – die laut der vorliegenden Rekonstruktion nun in die FRN aufgegangen ist – darin bestehen, von der Ruzizi-Ebene in Richtung Katanga vorzustoßen und so die Kontrolle über die wichtigsten Bergbaugebiete der DR Kongo zu übernehmen (siehe Fides, 27.8.2025).
(L.M.) (Fides, 29/10/2026)