EUROPA/POLEN - Die Mission sucht neue Wege: Die Botschaft des Herbsttreffens der Päpstlichen Missionswerke

Dienstag, 22 September 2026 evangelisierung   päpstliche missionswerke   missionarische Öffentlichkeitsarbeit  

Warschau (Fides) – Mission darf nicht allein an Formen festhalten, die einer vergangenen Zeit angehören. Sie braucht neue Impulse, um die gesamte kirchliche Gemeinschaft einzubeziehen. Das war eine der zentralen Botschaften des Herbsttreffens der Päpstlichen Missionswerke (POM) und der Missionsgemeinschaften, das in der vergangenen Woche in Warschau stattfand.

Mehr als 80 Teilnehmer kamen zusammen, um über die Zukunft der missionarischen Ausrichtung in Polen nachzudenken und das 100-jährige Jubiläum des Weltmissionssonntags vorzubereiten, das am 18. Oktober 2026 begangen wird.
Eröffnet wurde das Treffen von Bischof Jan Piotrowski, Vorsitzender der Missionskommission der Polnischen Bischofskonferenz. „Mission ist kein Zusatz zum Leben der Kirche, sondern gehört zu ihrem eigentlichen Wesen“, erinnerte Piotrowski. Er rief dazu auf, das missionarische Bewusstsein zu erneuern und neue Wege für die Verkündigung des Evangeliums zu suchen. „Wir können nicht einfach an den Formen der Vergangenheit festhalten“, betonte er. Eine der Herausforderungen für die Kirche heute bestehe darin, den nächsten Schritt zu wagen.

Nicht Empfänger, sondern Mitwirkender

Ein Schwerpunkt des Treffens war die Frage, wie die Kirchen in den Missionsgebieten betrachtet werden. Sie sollten nicht lediglich als Empfänger von Hilfen verstanden werden, sondern als Partner bei der Verkündigung des Evangeliums.
Die missionarische Verantwortung, so wurde betont, erschöpfe sich nicht in materieller Unterstützung. Sie umfasse auch Gebet, Ausbildung, missionarische Bewusstseinsbildung und Zusammenarbeit.
Deshalb kommt der Kooperation zwischen Diözesen, Ordensgemeinschaften, den Päpstlichen Missionswerken (POM), Missionsorganisationen und Laien eine entscheidende Bedeutung zu. Ein solches Beziehungsnetz sollte, so Bischof Piotrowski, dazu beitragen, dass die Missionen für die Kirche keine Last, sondern ein „Stern“ sind, der den Weg des Glaubens, der Evangelisierung, der Solidarität und der Offenheit gegenüber anderen weist.

Die Bedeutung der Begegnung

In einer Zeit, die von Kommunikation auf Distanz geprägt ist, rückte beim Treffen in Warschau ein einfaches Wort wieder in den Mittelpunkt: Begegnung.
Pater Maciej Będziński, Nationaldirektor der polnischen Päpstlichen Missionswerke, stellte fest, dass E-Mails, Videokonferenzen und künstliche Intelligenz heute zahlreiche Tätigkeiten ermöglichen, ohne dass Menschen physisch zusammenkommen müssen. Eine wirkliche Zusammenarbeit, so betonte er, erfordere jedoch Beziehung und persönliche Präsenz.

Helena Kmieć: Heiligkeit im Alltag

Zu den eindrücklichsten Momenten des Treffens gehörte die Beschäftigung mit der Biografie von Helena Kmieć. Für die junge polnische Laiin läuft derzeit das Seligsprechungsverfahren.
Helena wurde 1991 in Libiąż im Süden Polens geboren. 2017 wurde sie in Cochabamba in Bolivien getötet, während sie in einem Kinderheim tätig war. Ihre missionarische Erfahrung hatte sie zuvor bereits nach Ungarn, Rumänien und Sambia sowie nach Bolivien geführt.
Ihr Lebensweg wurde als besonders bedeutendes Zeugnis für junge Menschen vorgestellt. Helena war Studentin, Berufstätige, Freiwillige und engagierte Laiin im Leben der Kirche. Ihren Glauben lebte sie mitten im Alltag.

Von den Priesterseminaren bis zu den Kindern: Ausbildung für die Mission

Das Treffen bot auch Gelegenheit, die Aktivitäten der Päpstlichen Missionswerke für das kommende Jahr vorzustellen.
Das Päpstliche Werk des Apostels Petrus (POSPA) wird die Initiative „Adopt a Missionary Seminarian“ bereits im vierzehnten Jahr fortsetzen. Sie dient der geistlichen und materiellen Unterstützung von Berufungen in den Missionsgebieten. Im kommenden Jahr werden das Priesterseminar der Erzdiözese Bamenda in Kamerun sowie die Seminare von Moramanga in Madagaskar und Chabua in Indien einbezogen.
Die Päpstliche Missionsunion (PUM) stellte ihrerseits die „Missionary Academy“ vor. Dabei handelt es sich um einen dreisemestrigen Ausbildungsgang zur missionarischen Spiritualität.

Im Bereich der Bildungsarbeit legte das Päpstliche Werk der Glaubensverbreitung (POPF) den Schwerpunkt auf die missionarische Bewusstseinsbildung und auf Initiativen zum 100. Jubiläum des Weltmissionssonntags.
Für die Jüngsten hat das Päpstliche Kindermissionswerk (POSI) den Bildungsweg „Universe of Holiness“ vorbereitet. Er soll Kindern Heilige und Selige näherbringen und sie in ihrem Glauben stärken.
Fortgesetzt wird außerdem die Initiative „Missionary Carol Singers 2026/2027“. In diesem Jahr steht die Unterstützung von Kindern im Heiligen Land im Mittelpunkt.

Im Blick auf das 100-jährige Jubiläum des Sonntags der Weltmission hat das Treffen in Warschau der polnischen Kirche eine klare Perspektive aufgezeigt: den missionarischen Geist zu erneuern und die Zusammenarbeit mit den Ortskirchen zu stärken. Dafür sollen neue Formen der Beteiligung und der Verkündigung gefunden werden.
Mission ist, wenn sie ihrem Wesen entsprechen soll, dazu berufen, die gesamte kirchliche Gemeinschaft einzubeziehen.
(EG & MK) (Fides 22/9/2026)


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