ASIEN/BAHRAIN - Das Vikariat von Nordarabien: ein lebendiger Schatz der Heiligen

Dienstag, 8 September 2026

Avona

Manama (Fides) – Die Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien (OLA) in Manama nimmt im Leben des Apostolischen Vikariats von Nordarabien (AVONA) einen besonderen Platz ein. An diesem heiligen Ort versammeln sich Katholiken unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen, um die Eucharistie zu feiern, zu beten und ihren Glauben zu vertiefen.

Die Kathedrale ist jedoch mehr als nur ein Ort der Anbetung. Wie aus einer Mitteilung der Pressestelle von AVONA hervorgeht, die der Agentur Fides vorliegt, beherbergt sie eine der bedeutendsten Reliquiensammlungen der Region, die im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Arabien und unter dem Altar der Kathedrale aufbewahrt werden. Die Reliquien stellen eine konkrete Verbindung zur Geschichte der Kirche dar und legen Zeugnis ab von den Märtyrern, die seit den ersten Jahrhunderten ihr Leben für Christus hingegeben haben.

Besondere Bedeutung haben die Reliquien des heiligen Arethas von Nadschran, dessen Gedenken eng mit der Geschichte des Christentums auf der Arabischen Halbinsel verbunden ist. Arethas und seine Gefährten wurden im Jahr 523 in Nadschran während einer Christenverfolgung als Märtyrer getötet. Sie blieben Christus bis zum Tod treu und bezeugen somit die lange Präsenz des Christentums in dieser Region. Die Reliquien des heiligen Arethas werden sowohl in der Kapelle Unserer Lieben Frau von Arabien als auch unter dem Altar der Kathedrale aufbewahrt (vgl. Fides, 20.10.2023).

Die Aufbewahrung der Reliquien unter dem Altar knüpft an eine alte Tradition der Kirche an. In den ersten Jahrhunderten wurde die Eucharistie nämlich oft an den Gräbern der Märtyrer gefeiert. Im Laufe der Zeit wurde der Brauch, Reliquien von Heiligen unter dem Altar aufzubewahren, zu einem Zeichen der Verbindung zwischen dem in der Eucharistie gefeierten Opfer Christi und dem Zeugnis seiner Märtyrer.
Die in der Kathedrale aufbewahrte Sammlung spiegelt auch die Vielfalt der katholischen Gemeinschaften wider, die im Vikariat vertreten sind. Zu den Reliquien gehören jene des heiligen Apostels Thomas, der der Überlieferung zufolge mit der Evangelisierung Indiens verbunden ist, sowie des heiligen Sebastian. Hinzu kommen Reliquien einiger Heiliger der syro-malabarischen und syro-malankarischen Traditionen Indiens: der heiligen Alfonsa, des heiligen Kuriakose Elias Chavara, der heiligen Euphrasia Eluvathingal und der heiligen Mariam Thresia Chiramel. Außerdem befinden sich dort Reliquien des heiligen Franz Xaver, des heiligen Johannes von Matha, des heiligen Franz von Assisi, des heiligen Johannes Bosco, des heiligen Daniel Comboni und des heiligen Charbel Makhlouf sowie eine Reliquie des Heiligen Kreuzes Jesu Christi.
Auch die Geschichte des Altars der Kathedrale ist von Bedeutung. Am 10. Dezember 2023, während der Weihe, wurden einige Reliquien unter dem Altar niedergelegt und versiegelt, darunter jene des heiligen Arethas von Nadschran und der heiligen Josefine Bakhita (1869–1947). Den Reliquien lagen die entsprechenden authentischen Unterlagen bei, wie aus den Protokollen zur Weihe der Kathedrale hervorgeht (vgl. Fides, 12.12.2023).

Zur Sammlung beigetragen hat auch die Diözese Metz in Frankreich, die sich darauf vorbereitet, Papst Leo XIV. am kommenden 28. September zu empfangen. Unter den gespendeten Reliquien befinden sich jene der heiligen Lucia, Jungfrau und Märtyrerin; des heiligen Eustachius von Luxemburg, Abt; des heiligen Arnulf von Metz, Bischof; der heiligen Glodesind von Metz, Jungfrau und Ordensgründerin; sowie des heiligen Augustinus Schoeffler, eines Missionars und Priesters, der in Vietnam den Märtyrertod erlitt. Die Kathedrale bewahrt außerdem die Reliquien der Trierer Märtyrer, die im Jahr 287 starben, sowie jene des heiligen Johannes von Matha, des Gründers des Ordens von der Allerheiligsten Dreifaltigkeit (Trinitarier). Diesem Orden gehört der Apostolische Vikar von AVONA, Bischof Aldo Berardi, an.

Die Reliquiensammlung erzählt somit durch ihre Heiligen von der universellen Dimension der Kirche in Nordarabien: von den Märtyrern der ersten Jahrhunderte bis hin zu den Heiligen der Gegenwart, von den alten christlichen Traditionen der Arabischen Halbinsel bis hin zu den Heiligen aus Indien, Europa und Afrika. Die Mitteilung aus AVONA schließt mit einem Verweis auf die Worte des heiligen Basilius des Großen in seiner Predigt über die vierzig Märtyrer von Sebaste, Soldaten, die sich weigerten, den heidnischen Göttern Opfer darzubringen, und das Martyrium auf sich nahmen, um Christus treu zu bleiben: „Die Ehrung der Märtyrer ist an sich schon ein Ausdruck der Liebe zu Christus, ihrem gemeinsamen Herrn“ (§ 1). Eine Aussage, der auch die Bedeutung der Verehrung der Reliquien zusammenfasst, die in der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Arabien aufbewahrt werden.

(AP) (Agenzia Fides, 8/9/2026)


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