EUROPA/RUMÄNDIEN - Der Glaube vereint die Völker: Gedenken an Papst Johannes Paul I. in der Kirche der italienischen Auslandsgemeinde

Sonntag, 30 August 2026 ortskirchen   heiligsprechung   papst   migranten  

Photo Stefania Falasca

Bukarest (Fides) – In Rumänien ist die Verehrung für Papst Johannes Paul I. ungebrochen. Um den in Canale d’Agordo geborenen Papst werden alte Verbundenheiten wiederbelebt und neue Freundschaften geknüpft, die zu überraschenden Initiativen führen.
Davon zeugt auch die feierliche Messe, die an diesem Sonntag (den 30. August) in der Bukarester Erlöserkirche gefeiert wurde. Die auch als „Italienische Kirche“ bekannte Kirche wurde zwischen 1915 und 1916 für die Seelsorge der stetig wachsenden Migrantengemeinschaft erbaut, die in jenen Jahren aus vielen Regionen der italienischen Halbinsel nach Rumänien kam, um Arbeit zu suchen.
Dem Gottesdienst, der im Gedenken an einen Papst, der selbst Sohn von Migranten war, gefeiert wurde, stand der Apostolische Nuntius in Rumäninen, Erzbischof Giampiero Gloder, vor. Zu den Konzelebranten gehörten Erzbischof Aurel Perca von Bukarest, der emeritierte Erzbischof Ioan Robu und die Priester der Pfarrerei. An der Feier nahmen rumänische und italienische Katholiken teil, die damit zum ersten Mal gemeinsam an einer solchen feierlichen Liturgie teilnahmen. Diese ist Teil der Initiativen der „Asociatia Papa Luciani“, einer Vereinigung, die die Lehren und das Vorbild der Heiligkeit des seligen Johannes Paul I. in Rumänien verbreitet.
Anwesend waren auch Lina Petri, die Nichte von Papst Johannes Paul II., und die italienische Botschafterin in Rumänien, Laura Aghilarre.
Während der Messe wurden eine „Ex indumentis“-Reliquie und ein Bild von Papst Johannes Paul II. von einer Delegation aus Rom unter der Leitung von Stefania Falasca, Vizepräsidentin der Johannes-Paul-I.-Vatikan-Stiftung und Postulatorin des Seligsprechungsverfahrens des von Papst Franziskus am 4. September 2022 seliggesprochenen Papstes, an die „Italienische Kirche“ in Bukarest übergeben.

Die Predigt von Erzbischof Gloder

In seiner Predigt, die er auf Rumänisch hielt, erinnerte Erzbischof Gloder, gebürtig aus Asiago, an persönliche Erlebnisse, die ihn mit Papst Johannes Paul I. verbinden, angefangen beim Tag seiner Papstwahl, die er als junger Seminarist auf dem Petersplatz miterlebt hatte. „Ich erinnere mich“, sagte der aus Italien stammende Apostolische Nuntius, „an die große Freude, die wir empfanden, als wir einen Sohn unserer Region Venetien, Kardinal Albino Luciani, Patriarch von Venedig, zum Nachfolger des Apostels Petrus mit dem Namen Johannes Paul I. gewählt sahen“. Erzbischof Gloder hob auch auf die Freundschaft des Papstes mit Gerolamo Bortignon, dem Bischof, von dem der Nuntius selbst die Priesterweihe empfangen hatte, hervor. Er hatte dem jungen Albino Luciani als Bischof von Belluno verantwortungsvolle Aufgaben übertragen und dessen „menschliche Qualitäten und Fähigkeiten“ so sehr geschätzt, dass er ihn schließlich zum Generalprovikar ernannte.
Mit Bezug auf die Spiritualität und Bedeutung von Papst Johannes Paul I. erinnerte Erzbischof Gloder an Predigten, Katechesen und Angelus-Ansprachen aus dessen kurzem Pontifikat. Er begann mit den spontanen Worten, die der neu gewählte Papst an die Gemeinden der Diözesen richtete, in denen er seine Ausbildung erhalten und vor seiner Wahl zum Papst gewirkt hatte, die er kurz nach seiner Wahl zum Papst in Audienz empfing. Bei diesen Begegnungen erkundigte sich der Papst nach den Senioren, teilte Erinnerungen und erkundigte sich nach den Pfarreien der Diözesen Belluno, Vittorio Veneto und Venedig. Er zeigte damit, dass „er sie von ganzem Herzen liebte, so sehr, dass ihre Gesichter und Lebensumstände sich ihm als Mensch, Christ und Seelsorger tief eingeprägt hatten.“ „Papst Johannes Paul I. lebte stets seine Nähe zu Priestern und Gläubigen, die Papst Franziskus immer wieder betont hat“, fügte Erzbischof Gloder hinzu. „Er hatte sie von seiner armen, geeinten und zutiefst christlichen Familie gelernt.“
Der Apostolische Nuntius erinnerte auch an die Worte, die Papst Johannes Paul I. am 10. September 1978 beim Angelusgebet wählte, um die väterliche und mütterliche Dimension der Liebe Gottes zu verdeutlichen: „Wir sind Gegenstand der unvergänglichen Liebe Gottes. Wir wissen: Er hat seine Augen immer für uns offen, selbst in der dunkelsten Stunde. Er ist Vater, ja noch mehr Mutter“. Der Zelebrant betonte, dass „die Erfahrung, von Gott geliebt zu werden, ihn dazu bewegte, diese Liebe zu erwidern und sich ihm vorbehaltlos hinzugeben“. Erzbischof Gloder zitierte die Stelle aus der Nachfolge Christi, die auch Papst Johannes Paul I. in einem seiner Katechesen erwähnte: „Wer Gott liebt, „currit, vola, laetetur“. Er hob hervor, dass Glaube für Papst Johannes Paul I. keine Anstrengung, sondern ein „sich Gott ergeben“ war – eine Erfahrung, die gerade aufgrund dieser Dynamik auf wunderbare Weise mit der Tugend der Demut verbunden ist.
Johannes Paul I. widmete seine erste Mittwochskatechese der Demut. „Wenn ich sage: ‚Herr, ich glaube‘“, sagte Papst Johannes Paul I. bei dieser Gelegenheit, mit einer Formulierung, die auch Erzbischof Gloder in seiner Predigt von zitierte, „schäme ich mich nicht, mich wie ein Kind vor seiner Mutter zu fühlen; man glaubt an seine Mutter, ich glaube an den Herrn, und an das, was er mir offenbart hat.“
(PR) (Fides 30/8/2026)


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