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Von Cosimo Graziani
Bogotá (Fides) – Obwohl die neue kolumbianische Regierung unter Präsident Abelardo de la Espriella erst vor wenigen Tagen ihr Amt angetreten hat, hat sie bereits eine entscheidende Kursänderung in der Außenpolitik des Landes vollzogen. Am 12. August unterzeichnete Außenminister Edoardo Mora ein Abkommen mit den Vereinigten Staaten, das den USA Militäroperationen in Kolumbien erlaubt. Hintergrund des Abkommens ist der gemeinsame Wunsch beider Länder, den Drogenhandel zu bekämpfen – ein zentrales Anliegen der jeweiligen Regierungen. Verteidigungsminister Pete Hegseth vertrat die Vereinigten Staaten bei der Unterzeichnung des Abkommens und erklärte zudem, Kolumbien werde dem so genannten „Shield of the Americas“ beitreten, einer Initiative von 17 weiteren Ländern, die offiziell dem Kampf gegen Terrorismus und Drogenhandel in Nord- und Südamerika dient. „Dies ist der Beginn einer neuen Phase der Verteidigungszusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Kolumbien“, kommentierte Hegseth.
Wie bereits erwähnt, entspricht der Schritt der kolumbianischen Regierung den Wahlversprechen De la Espriellas. Er hatte erklärt, den Drogenhandel im Land bekämpfen zu wollen „ohne dabei Kompromisse einzugehen“, wie es angeblich sein Vorgänger Gustavo Petro getan hatte.
Die Entscheidung der neuen Regierung löste umgehend parteiinterne Debatten aus. Vertreter aus dem Umfeld des ehemaligen Präsidenten warfen de la Espriella vor, die Souveränität des Landes zum Vorteil der Vereinigten Staaten beschneiden zu wollen. Die Angelegenheit dürfte daher kontrovers diskutiert werden, und es werden Einsprüche erwartet, auch institutioneller Natur: Laut Opposition liegt das Recht, den Transit ausländischer Truppen durch kolumbianisches Territorium zu genehmigen, laut Verfassung nicht bei der Präsidentschaft, sondern beim Senat.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern werden angesichts der dringenden Notwendigkeit, ein gemeinsames Problem anzugehen – Kokain – neu gestaltet. Kolumbien ist der weltweit führende Produzent, die Vereinigten Staaten der größte Konsument. US-Präsident Donald Trump hat seit den ersten Wochen seiner zweiten Amtszeit Drogenkartelle und kriminelle Gruppen ins Visier genommen. Das Vorgehen gegen Drogenhändler – oder „Narkoterrorismus“, wie es gemeinhin genannt wird – bildete auch die Grundlage für die US-amerikanischen Bemühungen, Nicolás Maduro in Venezuela zu stürzen.
Während im Fall Maduro der „Narkoterrorismus“ als Argument für den Sturz eines den Vereinigten Staaten feindlich gesinnten Regimes diente, könnte der Kampf gegen den Drogenhandel in Kolumbien auf einer solideren Basis beruhen. Laut UN-Quellen hat die Kokainproduktion in den letzten Jahren exponentiell zugenommen, wobei Kolumbiens Position als weltweit führender Produzent bestehen blieb. Unter der Präsidentschaft von Gustavo Petro wurde der Kokainhandel zwar unermüdlich bekämpft, doch die Produktionssteigerung und die zunehmende Zahl bewaffneter Gruppen, die sich damit finanzieren, machten alle Maßnahmen der Strafverfolgungsbehörden letztlich wirkungslos.
Die Verflechtung bewaffneter Gruppen mit dem Drogenhandel ist in Kolumbien ein ernstzunehmendes Problem. Die USA, gestärkt durch die Unterstützung de la Espriellas vor Ort, wissen daher, dass sie für künftige Militäraktionen im Land noch mehr Handlungsspielraum haben. Es ist daher nicht auszuschließen, dass diese auch innerhalb kürzester Zeit durchgeführt werden könnten.
(Fides 23/8/2026)