Lusaka (Fides) – Brian Mundubile, der wichtigste Herausforderer von Präsident Hakainde Hichilema bei den Präsidentschaftswahlen 2026, hat die Verkündung des Wahlsiegs durch die sambische Wahlkommission nach der am 13. August abgehaltenen Wahl angefochten (vgl. Fides, 13/08/2026 und 18/08/2026).
Der Kandidat der NRPUP (National Reconciliation Party for Unity and Prosperity) erklärte an diesem Dienstag (18. August), seine Partei habe „Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Sicherheit der Stimmzettel, dem Transport und der Verwaltung des Wahlmaterials sowie mutmaßliche Diskrepanzen zwischen den in den Wahllokalen abgegebenen Stimmen und den später veröffentlichten Daten dokumentiert.“
Mundubile und sein Vizepräsidentschaftskandidat Makebi Zulu haben sich unterdessen aus Angst vor einer Verhaftung wegen angeblicher Beteiligung an einem Aufstandsplan in das selbstgewählte Exil im Hauptquartier einer UN-Organisation in Lusaka begeben (vgl. Fides 18.08.2026).
Eine Untersuchung von „The Africa Report“ ergab, dass in mehreren Wahlkreisen deutlich mehr Stimmen bei den Präsidentschaftswahlen als bei den zeitgleich abgehaltenen Parlamentswahlen abgegeben wurden. In einigen Fällen ist der Unterschied erheblich.
„Dies ist wichtig, da solche Diskrepanzen ein bekanntes Warnsignal für Wahlmanipulation sind. Unsere vorläufige Analyse deutet darauf hin, dass Hunderttausende Stimmen für Präsident Hakainde Hichilema einer Erklärung bedürfen“, so die in Paris ansässige Organisation. Nach wochenlangen Spannungen verlief die Wahl am 13. August friedlich. Am darauffolgenden Tag setzte die Unabhängige Wahlkommission die Stimmauszählung jedoch vorübergehend aus. Als Gründe wurden der Diebstahl von Stimmzetteln und Gewalttaten gegen Mitarbeitende genannt, ohne jedoch weitere Details zu nennen.
Die Aussetzung der Auszählung sollte ursprünglich maximal 24 Stunden dauern. Nach Protesten der Opposition und der Zivilgesellschaft wurde sie jedoch noch am selben Tag aufgehoben. Das Vertrauen in den Wahlprozess war dadurch jedoch beeinträchtigt, wie auch die katholischen Bischöfe in ihrer Erklärung vom 15. August feststellten (vgl. Fides, 18/08/2026). In der Erklärung erinnerten die Bischöfe auch an die Verhafteten, deren Verbleib unbekannt ist.
Unter ihnen befindet sich der ehemalige Parlamentsabgeordnete Mutotwe Kafwaya, zu dessen Schicksal Mundubile von der Regierung Aufklärung verlangt hat. Die sambische Menschenrechtskommission appellierte ebenfalls an die Polizei, den Verbleib des ehemaligen Parlamentsabgeordneten zu ermitteln, nachdem dieser Berichten zufolge bei dem Angriff von Armee und Polizei auf Mundubiles Wohnsitz in Kabulonga am 14. August verletzt worden war.
(L.M.) (Fides 19/8/2026)