Von Laura Gómez Ruiz
Lima (Fides) – Unter dem Motto „In Persona Christi Capitis“ findet vom 13. bis 17. Juli in Peru das nationale Priestertreffen statt. Diese Initiative bringt Priester aus den 46 Kirchensprengeln des Landes zum Thema „Identität, Spiritualität und Sendung des Priesters als sakramentale Gegenwart Christi, des Bräutigams, Hauptes und Hirten“ zusammen.
Das Treffen soll die priesterliche Gemeinschaft stärken und die Identität des Weiheamtes vertiefen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer Krise, mit der viele lateinamerikanische Kirchen konfrontiert sind: dem Rückgang der Berufungen zum Priesteramt und dem Bedarf an der Ausbildung von Seelsorgern, die den neuen pastoralen Realitäten gewachsen sind.
Die peruanische Initiative spiegelt das Anliegen mehrerer Kirchen auf dem Kontinent wider: Wie kann man Priester in ihrem Leben begleiten und eine ganzheitliche Ausbildung fördern, die es ihnen ermöglicht, den aktuellen gesellschaftlichen und kirchlichen Veränderungen angemessen zu begegnen?
Die Dringlichkeit betrifft nicht nur die Anzahl der verfügbaren Geistlichen, sondern vor allem die Ausbildung von Priestern mit solider menschlicher, spiritueller, intellektueller und pastoraler Reife, die in der Lage sind, zuzuhören, zu unterscheiden und das Volk Gottes zu begleiten.
Mit demselben Thema befasste sich jüngst auch in der Kirche in Kolumbien. Bei der 121. Vollversammlung der Bischofskonferenz stand angesichts sinkender Berufungen die Priesterausbildung im Mittelpunkt, wobei die Bedeutung der Ausbildung von Priestern mit einem tiefen spirituellen Leben und einer erneuerten Fähigkeit zur Seelsorge hervorgehoben wurde (vgl. Fides, 06/07/2026). Bei der abschließenden Eucharistiefeier der Versammlung betonte Bischof Germán Medina Acosta, Generalsekretär der Kolumbianischen Bischofskonferenz, die Notwendigkeit, „Priester mit dem Herzen eines Hirten auszubilden, Männer des Gebets und der Unterscheidung, besonnen, einfach und frei, fähig, mit dem Volk Gottes zu gehen und das Evangelium mit Freude und Hoffnung zu verkünden“. Der Bischof fügte hinzu: „Nur eine Kirche, die sich zur Umkehr bereit erklärt, kann Geistliche ausbilden, die die Umkehr des Volkes Gottes begleiten können“.
Auch in Paraguay setzt sich die Kirche mit diesem Thema auseinander. Während der 248. Ordentlichen Vollversammlung analysierten die Bischöfe die kirchliche Realität des Landes und formulierten Handlungsfelder für die kommenden Jahre.
Obwohl es in lateinamerikanischen Kirchen unterschiedliche Ausgangssituationen gibt, herrscht Einigkeit darüber, dass die priesterliche Identität gestärkt und Seelsorger ausgebildet werden müssen, die Gemeinden in ihren jeweiligen Kontexten begleiten können.
Das Treffen unter dem Motto „In Persona Christi Capitis“ in Peru fügt sich in diesen Prozess ein und ist Teil eines gemeinsamen Weges zur Bewahrung der priesterlichen Berufung und zur Stärkung des Auftrags im Dienst am Volk Gottes.
Papst Leo XIV. erinnerte in einem Brief vom 4. November 2025 an das Priesterseminar „San Carlos y San Marcelo“ in Trujillo (Peru), anlässlich dessen 400-jährigen Bestehens – einer Institution, an der er selbst als Professor und Studiendirektor wirkte – daran, dass das Priestertum „keine Flucht vor dem ist, dem man sich nicht stellen möchte, noch ein Zufluchtsort vor emotionalen, familiären oder sozialen Schwierigkeiten; es ist weder Beförderung noch Schutz, sondern ein vollkommenes Geschenk des Lebens.“ Der Papst betonte zudem, dass die priesterliche Ausbildung vor allem ein Weg der Angleichung an Christus sei, auf dem „die Aufrichtigkeit der Absicht bedeutet, jeden Tag in Einfachheit und Wahrheit sagen zu können: ‚Herr, ich möchte dein Priester sein, nicht für mich selbst, sondern für dein Volk.‘“
(Fides 14/07/2026)