AMERIKA/DOMINIKANISCHE REPUBBLIK - Zwischen Armut und Migration: Die „kongregationsübergreifende“ Mission der Ordensschwestern in den „Bateyes“ von Barahona

Dienstag, 23 Juni 2026

Mercedarias Misioneras de Barcelona

Barahona (Fides) – Die Interkongregationale Missionsgemeinschaft (Comunidad Intercongregacional Misionera, CIM) entstand 2010 in Haiti auf Initiative der Lateinamerikanischen Konferenz der Ordensleute (Confederación Latinoamericana y Caribeña de Religiosos, CLAR) und wurde anschließend von der Ecuadorianischen Konferenz der Ordensleute (Conferencia Ecuatoriana de Religiosos/as, CER) nach dem verheerenden Erdbeben im Land unterstützt. Heute ist die Gemeinschaft in Barahona in der Dominikanischen Republik tätig. Die Ordensschwestern arbeiten dort in einem Kontext, der von struktureller Armut, haitianischer Migration und der Realität der „Bateyes“, landwirtschaftlichen Siedlungen mit hoher sozialer Verwundbarkeit, geprägt ist.
Ein besonderes Merkmal der Missionsgemeinschaft ist ihr „kongregationsübergreifender“ Charakter: Die CIM ist aus der Zusammenarbeit von Ordensfrauen verschiedener Kongregationen entstanden, die durch denselben missionarischen Eifer verbunden sind.
Im Laufe der Zeit haben sich Ordensschwestern aus über zehn Kongregationen in der Missionsgemeinschaft zusammengeschlossen.
Diese Gemeinschaft der Charismen ist ein konkretes Zeichen der Einheit in Vielfalt und fördert eine bedeutende kirchliche Präsenz an den menschlichen und sozialen Rändern – ein Ausdruck des Reichtums des Ordenslebens in Mitverantwortung und gemeinsamem Dienst. Es ist eine innovative und zutiefst kirchliche Missionserfahrung.
Der Missionsgemeinschaft von Barahona gehören Comboni-Missionsschwestern, mexikanische „Maestras Católicas del Sagrado Corazón de Jesús“ und „Mercedarias Misioneras“ aus Barcelona an, die gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Zu ihnen gehört Schwester Rosa María del Socorro López Castañeda, eine Comboni-Missionarin mit langjähriger Erfahrung in Grenzgebieten. Ihr Zeugnis, das von ihrer Ordensgemeinschaft bereitgestellt wurde, wurde von den Päpstlichen Missionswerken in Spanien veröffentlicht.
Die ursprünglich aus Mexiko stammende Ordensfrau berichtet, dass ihr Lebensweg eng mit der Entwicklung der CIM verbunden ist, der sie zuvor in Haiti angehörte. Sieben Jahre lang war sie in Grenzgebieten seelsorgerisch tätig, in Kontexten extremer Armut und hoher menschlicher Mobilität. Diese Erfahrung prägte ihren Ansatz der Missionsarbeit nachhaltig. Die Eröffnung der Mission in Barahona stellt die Fortsetzung dieses in Haiti begonnenen Weges dar und zielt darauf ab, die kirchliche Präsenz in den am stärksten gefährdeten Gebieten zu stärken.
„Ich bin als Mitglied der CIM in Barahona. Die Stadt ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz und liegt in unmittelbarer Nähe zur Grenze zu Haiti. Daher leben hier viele haitianische Migranten. Es ist eines der ärmsten und bedürftigsten Bistümer, sowohl religiös als auch wirtschaftlich“, so die Missionsschwester. „Wir von der CIM arbeiten in Pueblo Nuevo, einem der ärmsten Viertel am Stadtrand, wo hohe Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, Prostitution und Drogenabhängigkeit herrschen. Die große Präsenz protestantischer Gemeinden führt zudem zu einer gewissen Abneigung gegenüber der katholischen Kirche“, fügt sie hinzu.
Die Arbeit der Schwestern konzentriert sich auf die Unterstützung vernachlässigter älterer Menschen und auf die pastorale Begleitung. Außerdem bieten sie in den Pfarreien und Gemeindehäusern von Barahona und San Pedro de Macorís Workshops zu Naturheilkunde und Phytotherapie an, insbesondere für Frauen in schwierigen Lebenslagen.
Die Missionsschwester beschreibt die „Bateyes“ als Siedlungen, die um landwirtschaftliche Plantagen entstanden sind, die sich ursprünglich dem Anbau von Zuckerrohr widmeten. Dort leben dominikanische Familien haitianischer Herkunft und haitianische Migranten unter prekären Bedingungen und mit nur eingeschränktem Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen. „Dies ist eine der schwierigsten, herausforderndsten und risikoreichsten Missionen in der Dominikanischen Republik“, betont sie.
In den Workshops, erklärt sie, „wollen wir das Selbstwertgefühl und die Fähigkeiten zur Gemeinschaftsorganisation stärken, das Bewusstsein für die Rechte und Pflichten im Gesundheitswesen fördern und Frieden, Gerechtigkeit sowie neue Formen lokaler Organisation und Wirtschaft unterstützen.“ Dank der Verwendung von Heilpflanzen „lernen die Teilnehmenden außerdem, Salben, Sirupe, Seifen und Shampoos herzustellen.“
Schwester Rosa María betont auch den Wert der interkulturellen Begegnungen durch die Verwendung der Muttersprache der Menschen, die sie begleitet. Diese Sprache lernte sie während ihrer Jahre als Missionsschwester in Haiti. „Wenn ich Haitianisch-Kreolisch spreche, fangen sie an zu singen und zu applaudieren“, sagt sie.
„Es liegt noch ein langer Weg vor uns und es gibt viel zu tun. Wir bemühen uns, diesen Menschen Hoffnung und Mitgefühl zu schenken... Ich vertraue dabei auf den Wunsch des heiligen Daniel Comboni: ‚Seelen werden durch Gebet und Opfer gerettet‘“, so fasst die Missionarin ihren Dienst in diesen Gebieten zusammen.
(LGR) (Fides 23/06/2026)


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