Johannesburg (Fides) – Über 7.000 malawische Staatsbürger sitzen im Aufnahmezentrum „Sherwood Hall“ in Durban im Osten von Südafrika fest und warten auf eine Rückkehr in ihr Heimatland.
Die meisten von ihnen fühlen sich von der fremdenfeindlichen Gewalt bedroht, die Tausende von Migranten seit Wochen zur Flucht aus Südafrika gezwungen hat. Sie mussten ihre Häuser, Arbeitsplätze und ihren Besitz zurücklassen. Andere haben sich aufgrund der Ungewissheit um ihre persönliche Sicherheit, die durch die Ankündigung restriktiver Migrationspolitik von Präsident Cyril Ramaphosa noch verschärft wurde (vgl. Fides, 10/06/2026), zur Ausreise entschlossen. Im Verborgenen operierende fremdenfeindliche Gruppen, die in den Vororten, Gewerbegebieten und informellen Siedlungen, die von Migranten bewohnt werden, aktiv sind, haben Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung aufgefordert, Südafrika bis zum 30. Juni zu verlassen.
Die Lage in „Sherwood Hall“ ist dramatisch. Innerhalb von nur sechs Tagen ist die Zahl der Malawier, die ihre Rückführung beantragen, von unter 100 auf 6.000 und mittlerweile auf über 7.000 gestiegen. Viele Familien leben unter extrem beengten Verhältnissen und sind auf Hilfe angewiesen, in der Hoffnung, bald nach Malawi zurückkehren zu können.
Die malawischen Konsularbehörden haben Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die freiwillige Rückführung zu unterstützen. Unter anderem sollen Sammelpässe mit den Namen aller Fahrgäste jedes Busses ausgestellt ausgestellt werden. Ein solches Dokument soll die Durchreise durch Länder wie Simbabwe und Mosambik auf der Rückreise erleichtern.
Es kommt jedoch zu Verzögerungen, vor allem aufgrund von verspäteten Bussen, logistischen Problemen und Berichten über Finanzierungslücken.
Bislang wurden lediglich acht Busse bereitgestellt, wodurch Tausende Menschen weiterhin festsitzen. Migranten wurde zudem mitgeteilt, dass keine zusätzlichen Mittel für Rückführungen zur Verfügung stehen und dass diejenigen, die nicht freiwillig zurückkehren können, in das Rückführungszentrum „Lindela“ in Krugersdorp bei Johannesburg verlegt werden könnten.
Das Camp „Lindela“ ist Südafrikas wichtigste Abschiebezentrum für irreguläre Migranten, die auf ihre Ausreise warten. Das Zentrum steht seit Langem wegen seiner Aufnahmebedingungen, der hohen Betriebskosten – da es von privaten Betreibern geführt wird –, Korruptionsvorwürfen und des chronischen Mangels an freien Plätzen in der Kritik.
(L.M.) (Fides 15/6/2026)