Rom (Fides) – „Tatsächlich sind die Päpstlichen Missionswerke das „wichtigste Mittel“, um bei allen Getauften ein missionarisches Verantwortungsbewusstsein zu wecken und kirchliche Gemeinschaften in Gebieten zu unterstützen, in denen die Kirche noch jung ist“, so Papst Leo XIV. am 22. Mai 2026 zur Bedeutung der Päpstlichen Missionswerke, als er die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke anlässlich ihrer jährlichen Generalversammlung in Rom im Vatikan empfing.
Ein Jahr später treffen sich über 100 Nationaldirektoren des weltweiten Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke erneut in der Ewigen Stadt. Sie reisen von allen fünf Kontinenten zu ihrer jährlichen Versammlung an, die sich als wertvolle Gelegenheit versteht, die Berufung und den Beitrag der Päpstlichen Missionswerke im „neuen missionarischen Zeitalter“, das auch von Papst Leo XIV. hervorgehoben wird, gemeinsam zu bekräftigen.
Globales Netzwerk im Dienste der Mission
Im vergangenen Jahr dankte der Nachfolger Petri in seiner Ansprache an die Teilnehmer der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke, für die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke „für Ihren engagierten Dienst, der für die Evangelisierungsmission der Kirche unverzichtbar ist, wie ich persönlich aus meiner eigenen pastoralen Erfahrung in den Jahren meines Dienstes in Peru bezeugen kann“. Papst Leo hob auch die spezifischen Aufgaben hervor, die jedes der vier Missionswerke übernimmt, die aus der missionarischen Kreativität und dem Glaubenssinn des Gottesvolkes hervorgegangen sind und die im Laufe der Zeit zu einem integralen Bestandteil des Dikasteriums der Mission geworden sind: das Päpstliche Werk für die Verbreitung des Glaubens (deren Generalsekretär Pater Tadeusz Nowak Mitglied der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria ist), das – wie der Papst erinnerte – „Hilfe für pastorale und katechetische Programme, den Bau neuer Kirchen, die Gesundheitsversorgung und das Bildungswesen in Missionsgebieten leistet“; das Päpstliche Kindermissionswerk (dessen Generalsekretärin Schwester Inês Paulo Albino, eine guinea-bissauischen Schwestern der Anbetung des Blutes Christi ist), das „ebenfalls christliche Bildungsprogramme für Kinder unterstützt und für deren Grundversorgung und Schutz sorgt“; das Päpstliche Werk des Heiligen Apostels Petrus (dessen Generalsekretär der Pater Guy Bognon Mitglied der Sulpizianer ist), das „missionarische Berufungen, sowohl zum priesterlichen Dienst als auch zum Ordensleben fördert“; und die Päpstliche Missionsunion (deren Generalsekretär der vietnamesische Franziskanerpater Dinh Anh Nueh Nguyen ist), die sich – wie der Bischof von Rom erinnerte – „der Ausbildung von Priestern, Ordensmännern und -frauen sowie des gesamten Volkes Gottes für das missionarische Wirken der Kirche widmet“.
Intensives Programm
Die Arbeitssitzungen der Versammlung finden im „Collegio Internazionale San Lorenzo di Brindisi“ der Kapuzinerbrüder statt.
Der heutige Eröffnungstag der Versammlung beginnt mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für dieEvangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teillarkirchen). Im Anschluss an die Liturgie hält Kardinal Tagle die Eröffnungsansprache.
Das intensive Programm der Versammlung dauert bis Mittwoch, den 3. Juni. Zu den Höhepunkten für die Teilnehmer zählt auch dieses Jahr die Audienz bei Papst Leo XIV. am Montagmorgen, den 1. Juni.
Am Sonntag, den 31. Mai, pilgern die Teilnehmer zur Wallfahrtskirche der Heiligen Philomena und besuchen anschließend Neapel und den dortigen Dom, wo sie die Reliquien des Heiligen Januarius verehren.
Während der Arbeitssitzungen stellen die vier Generalsekretäre die Arbeit und Budgets der einzelnen Missionswerke vor. Außerdem werden neue, zu fördernde Projekte präsentiert und genehmigt. Eine separate Sitzung ist dem Thema Kommunikation und Fundraising gewidmet. Am Dienstagnachmittag, dem 2. Juni, spricht Erzbischof Samuele Sangalli, stellvertretender Sekretär für Verwaltung im Dikasterium für die Evangelisierung.
Das Programm der Versammlung schließt am Mittwoch, dem 3. Juni, mit der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Missionsdikasteriums.
Einhundert Jahre Weltmissionssonntag
Im Jahr 2026 jährt sich die Einführung des Weltmissionstages zum hundertsten Mal. Papst Pius XI. rief ihn ins Leben, um die Beteiligung aller Gläubigen am apostolischen Wirken durch Gebet und materielle Unterstützung zu fördern und zu bezeugen.
Der Weltmissionssonntag wird weltweit am vorletzten Sonntag im Oktober begangen, in dessen Mittelpunkt die Weltmission steht.
Im vergangenen Jahr wandte sich Papst Leo XIV. in einer Videobotschaft an alle katholischen Pfarreien weltweit und erinnerte sie daran, dass „die ganze Kirche jedes Jahr am Weltmissionssonntag für die Missionare und den Erfolg ihrer apostolischen Arbeit betet“.
Der Papst erinnerte sich an seine persönlichen Erfahrungen als Priester und später als Missionsbischof: „Ich habe mit eigenen Augen gesehen“, sagte er, „wie Glaube, Gebet und Großzügigkeit an diesem Tag ganze Gemeinschaften verändern können.“
In diesem Jahr wird der Weltmissionssonntag am 18. Oktober. Alle an diesem Sonntag weltweit gesammelten Spenden werden den Päpstlichen Missionswerken anvertraut, um Projekte und Initiativen zur Verkündigung des Evangeliums zu unterstützen, insbesondere in Ländern Asiens, Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas. Ein Netzwerk engagierter Missionare und leidenschaftlicher Mission macht die Päpstlichen Missionswerke zu einer dynamischen Organisation, die sich nicht nur dem Sammeln von Spenden widmet.
„Die Päpstlichen Missionswerke“, erinnerte Papst Franziskus in seiner Botschaft an die Päpstlichen Missionswerke am 21. Mai 2020, „sind ein Werkzeug, das der Mission in den Teilkirchen dient, im Horizont der Mission der Kirche, die immer die ganze Welt umfasst, und sie müssen so gelebt werden. Darin besteht ihr stets wertvoller Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums. Wir sind alle aufgerufen, aus Liebe und Dankbarkeit, auch mit euren Werken, die Keimzellen des theologischen Lebens, die der Geist Christi hervorsprießen und wachsen lässt, wo er will, auch in den Wüsten, zu bewahren. Bittet im Gebet in erster Linie darum, dass der Herr uns alle bereit machen möge, die Zeichen seines Wirkens zu erkennen, um sie dann der ganzen Welt zu zeigen“.
(Fides 27/5/2026)