Abuja (Fides) – Ein Katechet wurde zusammen mit seiner schwangeren Frau und 30 weiteren Personen in Kadarko im Verwaltungsbezirk Kagarko im Bundesstaat Kaduna entführt. Der Katechet ist in der örtlichen Pfarrei „St. Joseph“ tätig. Die Massenentführung ereignete sich am 10. Februar gegen zwei Uhr morgens, als eine Gruppe bewaffneter Banditen in zwei Siedlungen in der Nähe des Dorfes eindrang.
Der Pfarrer der Gemeinde „St. Joseph“, Linus Matthew Bobai, berichtete dem lokalen Fernsehsender „Arise TV“, dass „die Banditen vor dem Angriff einen meiner Gemeindemitglieder angerufen und 10 Millionen Naira (6.211,95 Euro) von ihm verlangt hatten, wobei sie ihm mit Entführung drohten, falls er sich weigern sollte“.
Nach Angaben des Priesters entführten die Angreifer 16 Personen in Kutaho, darunter den Katecheten, seine schwangere Frau und ihr Kind, sowie weitere 16 Personen aus Kugir, insgesamt also 32 Personen.
Pfarrer Bobai erklärte, dass die Banditen zunächst 20 Einwohner von Kutaho entführt hatten, bevor sie ältere Menschen und Personen mit Gesundheitsproblemen freiließen.
Anschließend drangen die Banditen in das Wohnhaus der Missionsstation in Kugir ein, wo sie mehrere Bewohner, darunter auch mehrere Kinder, entführten. Einigen der Entführten gelang jedoch die Flucht. Laut Pfarrer Bobai wurde der Dorfvorsteher mit einer Machete niedergeschlagen und überlebte nur knapp.
Der Priester betont, dass die Lage in Kadarko weiterhin sehr angespannt ist und dass die Einwohner fliehen, weil sie von den Behörden keinen Schutz erhalten. „Nach dem Vorfall kamen zunächst einige Soldaten aus dem Nachbardorf. Nach ihrer Ankunft patrouillierten sie einige Minuten lang. Wir haben sie gesehen, dann sind sie wieder gegangen, und das war's“, berichtet er.
„Wir sind benachteiligt. Die Lage in der Gemeinde ist angespannt. Und über 98 % der Einwohner sind in ein Nachbardorf geflohen, wo sie gestern und heute die Nacht verbracht haben“, fügte Pfarrer Bobai hinzu.
Trotz der Gefahr weiterer Angriffe haben sich einige Einwohner, insbesondere die Hirten, entschieden, zu bleiben und die Gemeinde zu unterstützen.
„Einige von uns haben Angst, aber wir können nicht fliehen, weil wir Hirten sind. Und wir ermutigen die anderen, zu bleiben, sich um die Gemeinde zu kümmern und auf Gottes Beistand zu vertrauen“, schloss Pfarrer Bobai.
In der vergangenen Woche gab es mindestens zwei weitere Massenentführungen von katholischen Gläubigen. Die erste ereignete sich am 6. Februar in der Missionsstation „Saint John oft he Cross“ in Ojije - Utonkon, die zur Pfarrei „St. Paul“ im Verwaltungsbezirk Ado gehört, wo neun katholische Gläubige entführt wurden (vgl. Fides 10/2/2026).
Die zweite Entführung ereignete sich ebenfalls im Bundesstaat Kaduna am 7. Februar, als drei Menschen getötet und elf bei einem Überfall auf die Pfarrkirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Karku im Verwaltungsbezirk Kauru im Bundesstaat Kaduna entführt wurden (vgl. Fides 8/2/2026). Unter den Entführten befindet sich auch der Pfarrer Nathaniel Asuwaye.
Unterdessen befinden sich mindestens drei nigerianische Priester weiterhin in den Händen der Entführer. Neben Pfarrer Nathaniel Asuwaye sind dies Pfarrer Joseph Igweagu aus der Diözese Aguleri im Bundesstaat Anambra, der am 12. Oktober 2022 entführt wurde (vgl. Fides 18/10/2022), und Pfarrer Emmanuel Ezema aus der Diözese Zaria im Bundesstaat Kaduna, der am 2. Dezember 2025 entführt wurde (vgl. Fides 4/12/2025).
(L.M.) (Fides 12/2/2026)