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Damaskus (Fides) – Das syrische Justizministerium veröffentlichte eine lange Erklärung, die durch Filmaufnahmen untermauert wird und Details zu dem Massaker in der griechisch-orthodoxen Kirche Mar Elias in Damaskus am 22. Juni 2025 enthält.
Der Selbstmordanschlag dschihadistischer Prägung forderte unter den Gläubigen, die sich in der Kirche versammelt hatten, um an der Göttlichen Liturgie teilzunehmen, mindestens 25 Opfer.
Unmittelbar nach dem Massaker machten Vertreter der Regierung unter Ahmed al Sharaa nicht näher bezeichnete Zellen des sogenannten „Islamischen Staates” (IS) dafür verantwortlich, der jedoch keine Verantwortung für den Anschlag übernahm. Zu dem Massaker an den Christen bekannte sich stattdessen die „Saraya Ansar al-Sunna“, einer neuen Organisation, die kurz nach dem Sturz des Assad-Regimes gegründet wurde und das Massaker als „Strafe” für eine „Provokation” der Christen von Damaskus gegen „Menschen des Glaubens” begründete.
Nach fast acht Monaten behaupten die Verantwortlichen des Ministeriums in dem nun veröffentlichten Bericht, dass sie die Organisatoren und Täter des Selbstmordanschlags frühzeitig identifiziert hätten und bekräftigen deren Zugehörigkeit zum Islamischen Staat seit 2017.
Der Bericht des Ministeriums beschreibt auch ihre Bewegungen in Syrien. Er behauptet, dass das Kommando genaue Anweisungen erhalten habe, eine koordinierte Operation durchzuführen und sowohl die Kirche „Mar Elias“ (während einer liturgischen Feier) als auch das islamische Mausoleum von Sayyida Zainab mit Bomben und Sprengstoffgürteln anzugreifen.
Auf der Grundlage von Verhören festgenommener Verdächtigter enthält der Bericht auch sehr detaillierte Angaben zur Aufgabenteilung bei der Durchführung des Anschlags sowie zum Prozess der Vorbereitung, Montage und Beförderung der für das Massaker verwendeten Sprengstoffe.
Die Veröffentlichung detaillierter Informationen durch das Justizministerium, die als Beweis für das Engagement der neuen syrischen Führung bei der Verfolgung derjenigen präsentiert wird, die christliche Bürger angreifen, wirft bei Beobachtern Fragen und Zweifel auf.
„Aus Sicht des Justizministeriums“, heißt es in einer Mitteilung, die in der Online-Zeitung „SyriacPress“ veröffentlicht wurde, „dient diese schnelle Abfolge von Ereignissen als Beweis für die ‚Bereitschaft des Staates und seine Fähigkeit, die tatsächlich Verantwortlichen zu finden‘ und dafür, dass extremistische Organisationen weiterhin überwacht und streng kontrolliert werden“. „In einem Land, in dem die Öffentlichkeit seit langem an langwierige und vertrauliche Sicherheitsuntersuchungen gewöhnt ist, erschien das schnelle Vorliegen derart vollständiger Ergebnisse vielen jedoch eher wie eine hastig zusammengestellte Akte als wie die vollständige Zerschlagung eines Netzwerks.“ Die offizielle Version – so die kritische Anmerkung weiter – „bezieht sich auf ‚Führungskräfte innerhalb der Organisation‘, ohne sie namentlich zu nennen, auf Gelder, die ohne Angabe ihrer Herkunft gezahlt wurden, und auf Sprengstoff, der in Privathäusern gelagert wurde, ohne zu erklären, wie all diese Schritte unbemerkt bleiben konnten“. Darüber hinaus erklärte das Ministerium, dass die Ermittlungen noch andauern und die Verdächtigen der Justiz überstellt werden. Die Ausstrahlung der Geständnisse „ersetzt jedoch weder ein öffentliches Verfahren noch entbindet sie die Behörden von der Verpflichtung, die Verantwortungskette, einschließlich der administrativen und sicherheitsrelevanten Verantwortung, umfassender offenzulegen“.
(GV) (Fides 9/2/2025)