AFRIKA/UGANDA - Der scheidende Präsident Yoweri Museveni liegt in den vorläufigen Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen vorn

Freitag, 16 Januar 2026

Kampala (Fides) - Der scheidende Präsident Yoweri Museveni liegt nach den von der Wahlkommission bekannt gegebenen Ergebnissen der Präsidentschaftswahlen vom gestrigen 15. Januar mit 76,25 % der Stimmen an der Spitze, basierend auf den Auszählungen von fast der Hälfte der Wahllokale. Sein Hauptkonkurrent, der Sänger Bobi Wine, erhielt 19,85 %, während die restlichen Stimmen auf sechs weitere Kandidaten verteilt wurden.
Auf der Grundlage der noch vorläufigen Daten scheint die Wiederwahl des 81-jährigen Museveni, der seit 1986 an der Macht in Uganda ist, jedoch sicher zu sein.
Die Behörden haben unterdessen am 13. Januar den Zugang zum Internet gesperrt und damit das bereits bei den Parlamentswahlen 2021 angewandte Vorgehen wiederholt, als die Regierung eine ähnliche landesweite Sperre verhängte, die etwa fünf Tage lang galt. Uganda folgt damit einem Trend, der 2025 in mehreren afrikanischen Staaten zu beobachten war. Tansania, Äthiopien, die Demokratische Republik Kongo, Mosambik, Kamerun, Togo, Kenia, der Südsudan, Guinea und Libyen haben alle den Internetzugang eingeschränkt, vor allem im Hinblick auf Wahlen, Unruhen oder Protesten.
Bei den diesjährigen Wahlen konnte zudem ein weiterer langjähriger Rivale Musevenis, Kizza Besigye, nicht kandidieren, da er nach wie vor wegen Hochverrats in Haft sitzt, nachdem ugandische Sicherheitskräfte ihn Ende 2024 in Kenia entführt und gegen seinen Willen nach Kampala gebracht hatten.
Außerdem wurde ein katholischer Priester, Deusdedit Ssekabira aus der Diözese Masaka, der seit dem 3. Dezember als vermisst galt, offenbar unter verfassungswidrigen Umständen von der ugandischen Armee festgenommen (vgl. Fides 17/12/2025).
In ihrer Weihnachtsbotschaft hatten die ugandischen Bischöfe ihre Besorgnis über die Eskalation der Gewalt im letzten Abschnitt des Wahlkampfs zum Ausdruck gebracht, der friedlich begonnen hatte, dann aber von Tag zu Tag brutaler wurde. „Die Gewalt nimmt mit jedem Tag zu, was zum großen Teil auf die Beteiligung der Sicherheitsbehörden, darunter auch der Armee, zurückzuführen ist“, erklären die Bischöfe in ihrer Botschaft, die vom Vorsitzender der Ugandischen Bischofskonferenz und Bischof von Kiyinda-Mityana, Joseph Anthony Zziwa, unterzeichnet wurde.
Die Bischöfe hatten außerdem einen Appell an die Wahlkommission gerichtet, „eine wirksame Kontrolle des Wahlprozesses zu demonstrieren“, und an die Sicherheitskräfte, „sich an ihre Rolle der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung zu halten und sich von gewalttätigen Handlungen zu enthalten“.
(L.M.) (Fides 16/1/2026)


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