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Asia

2003-11-14

ASIEN/CHINA - BEI DER FÖRDERUNG DES FREMDENVERKEHRS SOLLTE DER MENSCH IM MITTELPUNKT STEHEN: ER WIRD ES DEN CHINESISCHEN GLÄUBIGEN ERMÖGLICEN PILGERREISEN NACH EUROPA ZU UNTERNEHMEN

Peking (Fidesdienst) – Das kürzliche Gipfeltreffen zwischen China und der Europäischen Union hat zu einer Mobilisierung im chinesischen Fremdenverkehrssektor beigetragen. Wie ein Mitarbeiter eines Reisebüros in der chinesischen Hauptstadt Peking im Gespräch mit dem Fidesdienst berichtet „haben die Gespräche zwischen China und der EU neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnet“. Bei dem Gipfeltreffen hatte man sich geeinigt, dass die Länder, in denen das Abkommen von Schengen in Kraft ist, für chinesische Reisende geöffnet werden sollen. „Dies könnte noch vor Jahresende umgesetzt werden, und wir müssen uns auf jeden Fall darauf vorbereiten. Immer mehr chinesische Staatsbürger reisen in den Ferien ins Ausland: gegenwärtig sind es rund 80 Millionen. Reiseziel sind dabei miest asiatische Länder (Südkorea, Japan, Thailand, Singapur, Malaysia, Indonesien) oder Australien. Bis heute wurden Fremdenverkehrsabkommen mit 28 Ländern unterzeichnet. Seit Juli letzten Jahres ist auch Deutschland darunter: wir hoffen, dass dies bald auch für andere Länder der Europäischen Union gelten wird“, so der Fachmann. Bei dem Gipfeltreffen in Peking wurde vor allem die Vereinfachung bei der Visum-Erstellung in Betracht gezugen: mit einer solchen Öffnung erhoffen sich auch die chinesischen Katholiken die Möglichkeit, als Pilger ins Ausland reisen zu können. „Wir hegen diesen Wunsch seit langem“, so ein Beobachter gegenüber dem Fidesdienst, „doch bisher gab es immer bürokratische Probleme, wenn es um Reisen nach Rom, Lourdes oder Fatima ging. Die Reiseagenturen sind sich der potentiellen Möglichkeiten noch gar nicht bewusst, die der religiöse Tourismus mit sich bringen könnte“. Ende Oktober fand in Peking auch der 15. Kongress der Welttourismusorganisation statt. Daran nahm auch der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls, Msgr. Piero Monni teil, der in seinem Beitrag vor allem auf die moralischen Aspekte des Fremdenverkehrs hinwies: „Der Tourismus ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Armut und kann gleichsam zur Förderung des sozialen Wachstums beitragen. Doch der Fremdenverkehr ist auch ein Sektor, der oft von Kriegen, Terrorismus und Epidemien beeinträchtigt wird.“. Msgr. Monni fügte hinzu, dass „der Tourismus auch zur Vermittlung von Werten beitragen kann“, und nannte dabei „Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte“. In diesem Zusammenhang wies er auch auf den Beitrag der Kirche hin und erinnerte gleichsam an das große religiöse und kulturelle Erbe Chinas, von dem er hofft, dass es zur Förderung von Werten wie Wahrheit, Freiheit und Gerechtigkeit beitragen kann. Der Fremdenverkehr könne außerdem Barrieren überwinden, die durch Vorurteile und Mißtrauen entstanden sind und die Beziehungen zwischen Menschen, Völkern, Kulturen und Religionen oft beeinträchtigen. (NZ) (Fidesdienst, 14/11/2003 – 38 Zeilen, 421 Worte)

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