Diocese of Myitkyina
Myitkyina (Fides) – Die Einweihung einer neuen Kirche und einer Lourdesgrotte ist ein besonderes Ereignis in der Diözese Myitkyina, der Hauptstadt des Bundesstaates Kachin im Norden Myanmars. Im andauernden Bürgerkrieg ist das umliegende Gebiet Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen der regulären Armee und den ethnischen Milizen der Kachin, unter denen die Zivilbevölkerung stark leidet und die Zahl der Vertriebenen stetig zunimmt.
Vor diesem Hintergrund hat der Bau und die Eröffnung eines Gotteshauses für die katholischen Gläubigen am 13. Januar dieses Jahres eine besondere Bedeutung: Er unterstreicht, dass „die Gläubigen in Zeiten der Krise und der Not dazu aufgerufen sind, eine Gemeinschaft lebendiger Steine zu sein, wie es der Apostel Petrus in seinem ersten Brief sagt”, so der Bischof von Myitkyina, John Mung Ngawn La Sam, als er die neue Kirche „St. Johannes“ im Stadtteil Takkone Htoi San in der Hauptstadt Myitkyina segnete. Die neue Kirche war notwendig geworden, da die lokale katholische Gemeinde in der Diözese, die insgesamt über 95.000 Gläubige zählt, erheblich gewachsen war.
An der Veranstaltung nahmen Kardinal Charles Bo, Bischof Noel Saw Naw Aye, Bischof Francis Than Htun und Bischof Raymond Wai Lin Htun, die drei Weihbischöfe der Erzdiözese Yangon, sowie zahlreiche Gläubige teil.
In seiner Ansprache an die Gläubigen erinnerte Kardinal Bo an die spirituelle Bedeutung der neuen Kirche, die dem Heiligen Johannes dem Evangelisten geweiht ist, und erinnerte daran, dass „die wahre Kirche aus dem Volk Gottes besteht, das im Licht des Herrn wandelt“. Er beschrieb die neue Kirche als „ein zukünftiges Haus des Gebets, des Trostes und der Vergebung und einen Ort, von dem aus die Gemeinde ausgesandt wird, um das Evangelium zu verkünden“. „Die Mauern der Kirche“, so der Kardinal, „dienen nicht dazu, die Gemeinde einzuschränken, sondern sie zu schützen und zu nähren, damit sie Zeugin der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt sein kann“.
Die Gemeinde Htoi San besteht aus 154 katholischen Familien mit insgesamt 902 Gläubigen, die von zwei Katecheten betreut werden. Die Kirche des heiligen Johannes und die Lourdesgrotte, wo sich die Gläubigen zum Rosenkranzgebet versammeln, um Schutz der Jungfrau zu erbitten, „sind konkrete Symbole eines Glaubens, der im Konflikt lebendig bleibt, während das Volk der Kachin für Gerechtigkeit und Frieden kämpft“, schloss Bischof La Sam.
Wie Beobachter aus der Region berichten, organisieren die Kachin-Familien, die sich in einer akuten sozialen Krise befinden, regelmäßig Gebetstreffen in ihren Häusern, um sich gegenseitig zu unterstützen und den Glauben im Alltag aufrechtzuerhalten. „Dabei werden Dankgebete gesprochen und Bitten um Wohlstand, Gesundheit und Frieden zum Ausdruck gebracht. Man widmet sich Gebeten, Lobgesängen, dem Lesen des Evangeliums und dem Austausch über die eigenen Gedanken zu den Lesungen. Manchmal wird der Rosenkranz gebetet. Es sind spirituell sehr intensive und fruchtbare Momente, um die Hoffnung am Leben zu erhalten“, berichtet Michael Javier, ein Laienmissionar von St. Columban in Myanmar.
(PA) (Fides 24/1/2026)