AFRIKA/ANGOLA - Im Rahmen eines Programms der Caritas sollen ehemaligen Rebellen im Nordosten Angolas rehabilitiert werden

Donnerstag, 31 August 2006

Luanda (Fidesdienst) - Über tausend Guerillakämpfer der ehemalige Rebellengruppe UNITA (Nationale Union für die totale Unabhängigkeit Angolas) werden von einem landwirtschaftlichen Entwicklungsprogramm der Caritas in Saurimo in der Provinz Lunda-Sul im Nordosten Angolas profitieren. Das Programm, an dem auch die örtliche Agentur für die Rehabilitation der ehemaligen Guerillakämpfer teilnimmt, sieht die Verteilung von landwirtschaftlichen Geräten, Saatgut und Dünger vor. Damit sollen ehemalige Kämpfer für die Versorgung ihrer Familien durch landwirtschaftliche Tätigkeit aufkommen können.
Vorgesehen ist auch der Bau einer Schule mit 10 Klassenzimmern und ein „jango comunitário“ (eine traditionelle Bildungseinrichtung, die es in vielen Teilen Angolas gibt und in der sich ältere Menschen um die Weitergabe von historischen, kulturellen und ethnischen Werten an die Jugendlichen bemühen) in einem Stadtteil von Itengo (rund 50 Kilometer von Saurimo entfernt).
In einer ersten Phase umfasst das Programm vor allem die Städte Saurimo und Cacolo. „Wir hoffen, dass die meisten ehemaligen Kämpfer wieder in die Dorfgemeinschaften eingegliedert werden und sich selbst versorgen können“, so Bischof Eugenio Dal Corso von Saurimo. Nach Aussage von Bischof Dal Corso soll das Programm insgesamt 12 Jahre dauern.
Die meisten ehemaligen Mitglieder der UNITA stammen aus Bauernfamilien „und wir wissen, wie wichtig es für diese Personen ist, dass sie wieder in ihren ursprünglichen sozialen Kontext eingegliedert werden“, so der Bischof.
Der Bürgerkrieg brach in Angola 1975 aus und ging 2002 nach dem Tod des UNITA-Anführers Jonas Savimbi zu Ende. Die neue Führung der Organisation beschloss die Auflösung des militärischen Flügels der Bewegung und die Teilnahme an den Wahlen als politische Partei. Der Krieg hat Zerstörung hinterlassen, Millionen Menschen verließen als Flüchtlinge ihre Heimat und Tausende ehemalige Kämpfer müssen wieder in die Zivilgesellschaft integriert werden, während auf den Feldern im ganzen Land noch Millionen von Minen liegen. Trotz des Friedens sind die Lebensbedingungen der meisten Angolaner auch heute noch dramatisch. Erst in den vergangenen Tagen klagte der Verband „Ärzte ohne Grenzen“ über die hohe Kindersterblichkeit in dem afrikanischen Land. Wie aus einer Untersuchung der französischen Nichtregierungsorganisation hervorgeht, lag in den Monaten von Januar bis April 2006 in Xa-Muteba, in der Provinz Lunda Norte (Nordosten des Landes) die Sterblichkeitsrate bei Kindern im Alter unter 5 Jahren bei 2,8 pro Tag pro 10.000. „Diese Sterblichkeitsrate ist dreimal höher im Vergleich zu den Durchschnittswerten in den Entwicklungsländern“, so die Organisation in einer Verlautbarung. Rund die Hälfte der Kinder stirbt an Malaria.
Unterdessen ist Angola reich an Bodenschätzen und natürlichen Ressourcen: von Erdöl (das Land steht bei der Erdölförderung hinter Nigeria in Afrika an zweiter Stelle) über Diamanten, bis zum Eisen, Uran und Bauxit, von der Landwirtschaft (Kaffee, Baumwolle, Tabak, Ölpalmen, Zuckerrohr, Sisal) bis zum Fischfang. Dieser Reichtum kommt jedoch nur wenigen zugute und die meisten Bürger des Landes profitieren nicht davon. (LM) (Fidesdienst, 31/08/2006 - 42 Zeilen, 462 Worte)


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