ASIEN/SYRIEN - Entführte Erzbischöfe von Aleppo: Patriarchen können jüngste Veröffentlichungen nicht bestätigen

Dienstag, 21 Januar 2020 mittlerer osten   ostkirchen   märtyrer     dschihadisten   krisengebiete   entführungen  

Aleppo (Fides) - In den letzten Monaten wurden zahlreiche Untersuchungen und "missverständliche Aussagen" über das Schicksal der beiden Erzbischöfe von Aleppo - der griechisch-orthodoxen Boulos Yazigi und der syrische´-orthodoxen Mar Gregorios Yohanna Ibrahim - veröffentlicht, die am 22. April 2013 in der Region zwischen Aleppo und der Grenze zwischen Syrien und der Türkei spurlos verschwunden sind. Die Oberhäupter der Kirchen, denen die beiden verschwundenen Erzbischöfe angehören, sind jedoch derzeit nicht in der Lage, diese Untersuchungen und Aussagen zu bestätigen oder zu dementieren. Dies wurde in einer gemeinsamen Erklärung des griechisch-orthodoxen Patriarchats und des syrisch-orthodoxen Patriarchats, die am 20. Januar in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, bestätigt. In der Pressemitteilung erklären die beiden Patriarchate, dass sie die in den sozialen Medien verbreiteten Untersuchungen sorgfältig geprüft haben, und unterstreichen aber gleichzeitig, dass es sich dabei um spontane Initiativen handelt, „die völlig unabhängig von den Anstrengungen sind, die wir bei der Suche nach unseren beiden verschwundene Erzbischöfen unternehmen“.
Die Oberhäupter der beiden Patriarchate – Patriarch Yohanna X Yazigi, für die griechisch-orthodoxe Gemeinde und Patriarch Ignatios Aphrem II. an der Spitze der syrisch-orthodoxen Glaubensgemeinschaft - bekräftigen die gemeinsame Entschlossenheit, "nichts unversucht zu lassen", um das Schicksal der Entführten aufzuklären. "Während wir allen Personen und Einrichtungen, die sich um das Schicksal unserer Erzbischöfe sorgen, und insbesondere denen, die Initiativen ergreifen, um Licht in ihr Schicksal zu bringen, aufrichtigen Dank aussprechen, bitten wir alle, für die beiden Erzbischöfe zu beten und bitten alle, die unsere Bemühungen unterstützen können, diesen humanitären Fall aufzuklären, über die zu diesem Zweck eingerichteten offiziellen Kanäle mit unseren Kirchen in Kontakt zu treten", heißt es in der Erklärung.
Die gemeinsame Erklärung der beiden Patriarchen wird auch als Distanzierung zu den jüngsten journalistischen Untersuchungen verstanden, die von einem in den USA ansässigen syrischen Forscherteam unter der Leitung von Mansur Salib durchgeführt und über die digitale Plattform medium.com verbreitet wurde. Nach diesen Ermittlungen sollen die beiden Erzbischöfe angeblich als Märtyrer bereits im Dezember 2016 von einer Gruppe von Milizionären getötet worden sein, nachdem diese sie mehrere Jahre lang als Geiseln gehalten hatten. Mitglieder der Nour al-Din al-Zenki-Gruppe die von Saudi-Arabien und den USA finanziert wurde, sollen demnach die beiden Erzbischöfe ermordet haben (vgl. Fides 15/01/2020). Die Untersuchung enthält bereits bekannte Nachrichten sowie Annahmen, die ohne objektive Erkenntnisse angestellt wurden.
(GV) (Fides 21/1/2020)


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