AFRIKA/ÄGYPTEN - Ehemaliger Mönch gesteht Mord an Bischof Epiphanius

Samstag, 11 August 2018 mittlerer osten   ostkirchen    

CoptsToday

Kairo (Fides) – Der Ägypter Wael Saad Tawadros, der noch bis vor wenigen Tagen Mönch des koptisch-orthodoxen Klosters St Makarios war, wurde von den ägyptischen Justizbehörden als Täter des Mordes am koptisch-orthodoxen Bischof Epiphanius identifiziert. Der Bischof war in den frühen Morgenstunden des 29. Juli in dem Kloster tot aufgefunden wurde, das er als Abt leitete. Laut ägyptischen Medienberichten gestand der ehemalige Mönch das Verbrechen und erklärte, dass er Bischof Epiphanius mit einer Eisenstange getötet hatte.
Am vergangenen 5. August wurde Wael Saad Tawadros, der bis dahin unter Namen Jesaja al Makary Mönch des Klosters San Makarios war, aus dem Kloster verwiesen und mit einer vom koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. unterzeichneten Anweisung des Mönchsstandes enthoben. Der ehemalige Mönch wurde aufgefordert, "für die Rettung seiner Seele Reue zu zeigen" (vgl. Fides 6/8/2018). Zunächst hatte ein Sprecher der koptisch-orthodoxen Kirche jedoch dementiert, dass die Maßnahmen gegen Wael mit dem Tod von Bischof Epiphanius in Verbindung standen.
In den frühen Morgenstunden des Sonntags, 29. Juli, wurde die Leiche des Bischofs Epiphanius auf dem Weg von seiner Zelle zur Kirche des Klosters in einer Blutlache gefunden. Der Bischof wollte wie gewöhnlich den Tag mit Morgengebet beginnen, bevor der Sonntagsgottesdienst beginnen sollte (siehe Fides 30/7/2018). Der Bischof war 64 Jahre alt und wurde in Tanta geboren. Nach dem Medizinstudium war er 1984 in das Kloster von St Makarios in der Region Wadi Natrun eingetreten und wurde 2002 zum Priester geweiht. Als Forscher und Wissenschaftler hatte an der Übersetzung mehrer Bücher der Bibel vom Griechischen ins Arabische mitgearbeitet. Die Mönche des Klosters St. Makarios hatten ihn am 3. Februar 2013 mehrheitlich zu ihrem Abt gewählt. Er war ein Schüler von Matta el Meskin – geistliche Schlüsselfigur in der jüngeren Geschichte der koptisch-orthodoxen Kirche – und pflegte intensive Beziehungen der geistlichen Gemeinschaft mit Freunden und Klostergemeinschaften der katholischen Kirche.
(GV) (Fides 11/8/2018).


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