ASIEN/IRAK - Kurdische Peschmergakämpfer kündigen Rückzug aus der Niniveh-Ebene an

Dienstag, 31 Oktober 2017 mittlerer osten   ostkirchen   religiöse minderheiten   kurden   geopolitik  

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Telkaif (Fides) – Die kurdischen Peschmerga-Milizen wollen sich aus der bis jetzt von ihnen gehaltenen Niniveh-Ebene zurückziehen. Anlass für diesen Beschluss ist eine Vereinbarung, aufgrund derer sich in den kommenden Stunden in der Region Einheiten der irakischen Armee in Stellung bringen werden. Dies teilen sowohl irakische als auch kurdische Quellen mit. Mit der Vereinbarung soll verhindert werden, dass die Niniveh-Ebene zum Schauplatz militärischer Auseinandersetzungen zwischen dem Irak und der kurdischen Leitung der autonomen Provinz Kurdistan wird, die weiterhin auf der Grundalge eines am 25. September durchgeführten Referendum das Ziel der Unabhängigkeit verfolgt.
Die Vereinbarung über den Rückzug der Peschmergakämpfer und die Stationierung irakischer Soldaten in der Niniveh-Ebene, einschließlich der Städte Telkaif und Qaraqosh, wurde am vergangenen 29. Oktober von politischen und militärischen Vertretern aus Bagdad bei der Begegnung mit den Kommandeuren der Peschmergaeinheiten und Politikern der autonomen Provinz Kurdistan auf den Weg gebracht. Die Vereinbarungen sehen auch die Stationierung irakischer Soldaten an der Grenze zur Türkei in Habur vor, die für die Ausfuhr des in der Region um Kirkuk geförderten Erdöls von strategischer Bedeutung ist.
Damit scheint zumindest vorübergehend die Gefahr eines Konflikts zwischen Bagdad und der kurdischen Regierung gebannt. In den vergangenen Tagen (vgl. Fides 30/10/2017) hatten sowohl der chaldäische als auch der syrisch-orthodoxe Patriarch ihre sorge über die jüngste Entwicklung in der Niniveh-Ebene geäußert. In einem am Sonntag, den 29. Oktober veröffentlichten Dokument über die Zukunftsperspektiven der christlichen Städte in der Niniveh-Ebene hatte das chaldäische Patriarchat militärische Operationen beklagt bei denen in den vor kurzem vom IS befreiten Städten Telkaif und Baqofa “unschuldige Kinder verletzt und Häuser christlicher Familien für militärische Stellungen benutzt wurden”. Deshalb, so das chaldäische Patriarchat weiter, “mussten viele Einwohner dieser Städte erneut fliehen, da wieder ein Klima der Angst herrscht”.
(GV) (Fides 31/10/2017).


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