AFRIKA/TOGO - Ausschreitungen in Sokodè: “Gewaltfreiheit ist unser Trumpf”

Dienstag, 26 September 2017

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Sokodé (Fides) – “Wir leben in einer schwierigen Zeit und unsere Kleinstadt Sokodé wurde gestern von der Armee belagert; wir müssen alle dazu beitragen, dass in unserem Land ein neuer Wind weht”: so Pater Silvano Galli von der Gesellschaft der Afrikamissionare (SMA). “Ein Prozess des gewaltfreien sozialen Wandels soll dazu führen, dass Gerechtigkeit und Frieden eine ganzheitliche menschliche und soziale Entwicklung garantieren. Dieses Ziel verfolgt das ‘Shalom-Netzwerk’ für Konfliktbewältigung und Aussöhnung. Alle Afrikamissionare und Mitglieder des Netwerks oder der Kommission ‘Justice, Peace, and Integrity of Creation’ (JPIC) und Menschen guten Willens dürfen angesichts der aktuellen Lage in Togo nicht länger schweigen” so Pater Michel Savadogo, SMA.
Pater Michel Savadogo plädiert in seinem Appell für “aktive Gewaltfreiheit”: “Wir müssen die Kraft der Liebe aktivieren und Gewaltfreiheit respektieren”, so der Missionar in seinem Schreiben an Regierungsanhänger und Oppositionelle, Sicherheitskräfte, Presse und Jugendlichen des Landes.
“Wir müssen unser eigenes Ego überwinden und die Ehre retten und von der destruktiven Gewalt und der finanziellen Macht zur Macht der Leibe und des Respekts gegenüber allen Söhnen und Töchtern Togos übergehen. Benutzt die Waffen, die euch zum Schutz der Bevölkerung anvertraut wurden, nicht gegen dieses Volk“, heißt es in der Botschaft weiter. Die Presse soll “auf professionelle Weise mit Nachrichten umgehen und sie mit der Verantwortlichkeit der Liebe und des Respekts gegenüber jedem Empfinden verbreiten. Die Gegner des aktuellen Systems bitten wir um aktive Gewaltfreiheit als Ausdrucksform der Stimme des Volkes. Es wäre wünschenswert, dass wir auf nutzlose Polemik verzichten. Die Rolle aller Togoer, unabhängig davon, ob sie Mitglieder des Systems sind, oder nicht, muss gestärkt werden, denn damit das Land wachsen kann braucht es alle seine Kinder. Gewaltfreiheit ist unser Trumpf, wenn wir der Gewalt nachgeben, dann sind wir zum Scheitern verurteilt“.
Jugendliche “sollen vor der internationalen Staatengemeinschaft die Gewaltfreiheit bezeugen und zeigen, dass wir einen positiven Wandel auch friedlich herbeiführen können. Wir dürfen nicht zulassen, dass wir der Versuchung der Gewalt nachgeben, denn am Ende sind wir alle Opfer der Gewalt und unser geliebtes Land wäre verlassen”.
“Das Prinzip lautet: ich verstehe, ich liebe und ich antworte als Mitbürger auch wenn ich mit der Meinung des anderen nicht einverstanden bin”, erklärt der Missionar, „Die Macht der Liebe, die wir alle besitzen und nicht genug nutzen, ist die Mach der Starken. Gewalt und Hass sind die Waffen der Schwachen, Die Waffe der Mächtigen ist die Liebe, die vergibt und auf positive und gewaltfreie art und Weise einen Wandel herbeiführt. Wir müssen alle stark sein, in der Zeit der Krise, in der es offensichtlich ist, dass etwas falsch läuft und eine Veränderung notwendig ist. Gott hat Togo gesegnet und er hat allen Söhnen und Töchtern des Landes die Gnade des Geschenks der aktiven Gewaltfreiheit und des Friedens geschenkt“.
In Togo kommt es zu heftigen Ausschreitungen zwischen der Regierung und der Opposition. Dabei protestiert die Opposition gegen den Präsidenten Faure Gnassingbè, Sohn des ehemaligen Präsidenten (der seit 1967 im Amt war und 2005 starb), der durch Wahlen an die Macht kam, die die Opposition als „gefälscht“ bezeichnet. Bei öffentlichen Kundgebungen fordern Demonstranten deshalb die Beschränkung der Anzahl der Präsidentschaftsmandate und eine Rückkehr zur Verfassung des Jahres1992.
(SG/MS/AP) (Fides 26/9/2017)


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