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Asia

2003-09-16

ASIEN/PHILIPPINEN - DER NEUE ERZBISCHOF VON MANILA, GAUDENCIO ROSALES: „IN EINEM FÜR DAS LAND SCHWIERIGEN MOMENT WERDE ICH IM ZEICHEN DER KONTINUITÄT ARBEITEN: MEIN DANK GILT KARDINAL JAIME SIN“

Vatikanstadt (Fidesdienst) – „Ich bin ziemlich beunruhigt. Ich fühle mich ungefähr so wie der heilige Joseph, als er im Traum vom Engel besucht wurde, der ihm sagte, es solle sich keine Sorgen machen, während Maria mit Jesus schwanger war. Oder wie die Jungfrau Maria, der der Erzengel Gabriel ebenfalls sagte, sie solle sich nicht fürchten. Jedes Mal, wenn es in meinem Leben eine wichtige Veränderung gab, - bei meiner Weihe zum Priester oder zum Bischof zum Beispiel- war es so, und so ist es auch heute. Doch ich vertraue auf den Beistand des Heiligen Geistes“, so beschreibt Gauidencio Rosales, der gestern zum neuen Erzbischof von Manila ernannt wurde, seinen Gemütszustand im Gespräch mit dem Fidesdienst.
In seinem ersten Interview nach der Ernennung zum Erzbischof erklärte er: „Ich fühle mich geehrt, dass der Heilige Vater mir dieses Amt übertragen hat. Natürlich habe ich in diesem Moment noch kein genaues Pastoralprogramm für die Erzdiözese Manila vor Augen. Wir werden dies mit allen Komponenten der Ortskirche nach meiner Amtseinführung erarbeiten. Doch im Allgemeinen ist der Plan immer derselbe: wir werden das Reich Gottes gegenwärtig machen, der Evangelisierung aber auch der persönlichen Reflexion und den Werken der Nächstenliebe Platz einräumen.“
Die Erzdiözese Manila feierte vor kurzem den Abschied von Kardinal Jaime Sin, der die Erzdiözese der philippinischen Hauptstadt seit 1974 geleitet hatte und nun aus Alters- und Gesundheitsgründen zurückgetreten war. In diesem Zusammenhang erklärt Erzbischof Rosales: „Ich danke Kardinal Sin für alles, was er in den letzten dreißig Jahren für die philippinische Kirche und das Land getan hat. Sein Erbe und sein Charisma werden nicht verloren gehen. Ich bete für ihn, damit er reich mit göttlicher Gnade beschenkt werden möge. Ich werde mein Amt im Zeichen der Kontinuität führen und seine seelsorglichen Ansätze weiterverfolgen“
Zur gegenwärtigen Lage des Landes äußert sich der neue Erzbischof unmissverständlich: „Wir leben in einem schwierigen Moment. Wir Bischöfe haben in einer jüngst veröffentlichten Verlautbarung die politische und militärische Verantwortliche und alle Bürger des Landes gebeten, sich für die Bekämpfung der Korruption und die Förderung von Einheit und Wohlergehen auf den Philippinen einzusetzen. Dies bleibt eine grundlegende Aufgabe der Kirche: wir müssen die Werte des Evangeliums in der Gesellschaft umsetzten“.
Erzbischof Rosales wurde am 10. August 1932 in Batangas City (Erzdiözese Lipa) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Quezon City und wurde am 23. März 1958 zum Priester geweiht. Danach war er als Rektor des Kleinen Seminars in Lipa und Spiritual der Seminaristen der Erzdiözese tätig. 1974 wurde er zum Weihbischof von Manila und Titularbischof von Esco ernannt. Am 28. Oktober dieses Jahres wurde er zum Bischof geweiht. 1982 wurde er zum Bischofskoadjutor von Malaybalay und 1984 zum Bischof dieser Diözese ernannt. Seit 1992 leitete er das Erzbischof Lipa. In den Jahren von 1997 bis 1999 war er stellvertretender Vorsitzender der Philippinischen Bischofskonferenz und seit 1999 Vorsitzender der bischöflichen Kommission für den Klerus. (PA) (Fidesdienst, 16/9/2003 – 42 Zeilen, 506 Worte)

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