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Africa

2003-07-22

AFRIKA/LIBERIA - WEITERE GEFECHTE IN MONROVIA: STRASSSENKÄMPFE IM STADTZENTRUM WO TAUSENDE MENSCHEN ZUFLUCHT GESUCHT HATTEN. SALESIANERMISSION GEPLÜNDERT

Monrovia (Fidesdienst) – „Aus der Stadtmitte im Diplomatenviertel Mamba Point waren ganz deutlich Granatenexplosionen zu hören“, so ein Missionar aus Monrovia, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, im Gespräch mit dem Fidesdienst. „In dieser Gegend halten sich besonders viele Flüchtlinge auf, die in der Nähe der diplomatischen Vertretungen Zuflucht gesucht haben. Leider sind jedoch auch ausländische Botschaften, wie zum Beispiel die amerikanische, betroffen. Zivilisten wissen nicht mehr, wohin sie noch flüchten sollen.“
Auf den Straßen herrscht allgemeines Chaos, was bewaffnete Banden dazu nutzen, ungehindert zu plündern. „Am Dienstagmorgen um 6 Uhr Ortszeit brachen rund ein Dutzend bewaffnete Männer in das Wohnhaus der Salesianer Missionare ein und plünderten die Wohnungen“, so der Missionar. „Dies ist nur ein Beispiel für zahlreiche ähnliche Fälle. Die Menschen sind verzweifelt, sie hoffen auf das Eingreifen der Vereinigten Staaten, doch bisher gab es nur vage Versprechen“.
Die liberianische Hauptstadt befindet sich erneut unter Beschuss nachdem die Rebellen der Lurd (Vereinigte Liberianer für Versöhnung und Demokratie) bereits am Wochenende eine Offensive gestartet hatten, mit dem sie Staatspräsident Charles Taylor zum verlassen des Landes zwingen wollten. Nach Angaben des liberianischen Verteidigungsministers sollen bei den jüngsten Gefechten über 600 Zivilsten ums Leben gekommen sein. „Heute morgen sollte die Beerdigung für die Mutter des Präsidenten stattfinden, die vor wenigen Tagen gestorben war. Viele Menschen sind der Ansicht, dass mit der Offensive das Begräbnis verhindert werden sollte, um unter Beweis zu stellen, dass Taylor die Kontrolle über die Situation verloren hat“.
„Die humanitäre Lage steht kurz vor dem Zusammenbruch“, so der Missionar weiter, „Es gibt weder Lebensmittel, noch Wasser noch Medikamente. Und die Menschen hätten auch gar nicht das Geld dazu sich diese zu kaufen, nachdem die Arbeitslosenrate bereits vor der Wiederaufnahme der Gefechte bei 85% der Erwerbsfähigen lag“. Angesichts der jüngsten Gewalt haben viele Hilfsorganisationen das Land bereits verlassen. „Glücklicherweise“ so der Missionar, „sind die Hilfswerke der katholischen Kirche noch vor Ort. Das beste Krankenhaus des Landes ist das katholische Hospital vom Heiligen Johannes von Gott in Monrovia. In dieser dramatischen Zeit versuchen Ärzte und Pflegepersonal Patienten zu versorgen, die bei den Gefechten verletzt wurden. Obschon auch dort die Medikamente zu Ende gehen, versucht das Personal das Krankenhaus weiter funktionsfähig zu erhalten“. (LM) (Fidesdienst, 22/7/2003 – 34 Zeilen, 377 Worte)

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