ASIEN/INDONESIEN - Hoffnungen der religiösen Minderheiten auf Toleranz und Sicherheit verdichten sich

Dienstag, 17 Februar 2015

Giacarta (Fides) – Die Hoffnungen auf mehr Sicherheit und ein Klima verbesserter Toleranz für die religiösen Minderheiten in Indonesien verdichten sich. Angesichts der Präsidentschaft des gemäßigten Joko Widodo, geben sich Gemeinschaften wie die Ahmadi und die Christen optimistisch und beurteilen den Gesetzesvorschlag zum Schutz der Religionsgemeinschaften positiv.
Das neue Gesetz, das im April dem Parlament vorgelegt werden soll, zielt darauf ab „den Schutz der religiösen Minderheiten vor Verfolgung zu gewährleisten“, erklären die mit der Untersuchung Beauftragten des Ministeriums für Religionsfragen. Das Gesetz wurde vom neuen Minister für Religionsangelegenheiten, Lukman Hakim Saifuddin vorgeschlagen, der für seine Haltung gelobt wurde.
In einer anderen Maßnahme zugunsten der Religionsfreiheit hat die neue Regierung kürzlich für die Bürger die Pflicht abgeschafft, eine der offiziell anerkannten Religionen zu wählen, die dann auch im Personalausweis verzeichnet wurde; nach der neuen Vorlage soll es erlaubt sein, nichts über die Religion einzutragen.
In den vergangenen Jahren führten sehr restriktive Regeln über den Bau von neuen Kultstätten (2006 verabschiedet) zur Schließung von Kirchen und christlichen Kultstätten sowie zu Angriffen seitens islamistischer Gruppierungen, die für „illegal“ erachtete Gebäude zerstörten. Darüber hinaus hatten die Gerichte eine mildere Verfahrensweise für die Verursacher von religiöser Gewalt angewandt, d.h. ein sehr niedriges Strafmaß oder gar Straffreiheit.
Aus diesen Gründen verschwamm das Bild Indonesiens als „tolerante und pluralistische“ Nation; es kam zu vermehrten religiösen Gewaltakten, vor allem gegen die Ahmadi, Schiiten und Christen. Die indonesische Verfassung garantiert die Religionsfreiheit und anerkennt offziell sechs Glaubensrichtungen: Islam, Katholizismus, Protestantismus, Hinduismus, Buddhismus und Konfuzionismus. (PA) (Fidesdienst 17/2/2015)


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