VATIKAN- KIRCHLICHE MITARBEITER, DIE 2014 ERMORDET WURDEN

Samstag, 3 Januar 2015

Vatikanstadt (Fides) – Wie aus Informationen hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, wurden im Jahr 2014 weltweit insgesamt 26 kirchliche Mitarbeiter ermordet, drei mehr als im Vorjahr 2013. Zum sechsten aufeinander folgenden Mal wurden die meisten kirchlichen Mitarbeiter in Amerika ermordet. In den vergangenen zehn Jahren (2004-2013) wurden weltweit insgesamt 230 kirchliche Mitarbeiter ermordet, darunter drei Bischöfe.
Im Jahr 2014 kamen 17 Priester, 1 Ordensmann, 6 Ordensschwestern, 1 Seminarist und ein Laie gewaltsam ums Leben. Nach Kontinenten aufgeteilt entsteht folgendes Bild: 14 kirchliche Mitarbeiter wurden in Lateinamerika ermordet (12. Priester, 1 Ordensmann, 1 Seminarist); in Afrika wurden sieben kirchliche Mitarbeiter ermordet (2 Priester, 5 Ordensschwestern); in Asien wurden zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet (1 Priester, 1 Ordensschwestern), in Ozeanien wurden zwei kirchliche Mitarbeiter ermordet (1 Priester, 1 Laie); in Europa wurde ein Priester ermordet.
In diesem Zusammenhang soll auch an all jene erinnert werden, die nicht durch ein Verbrechen, sondern durch das Ebola-Virus ums Leben kamen, das in Westafrika Tausende Opfer fordert, wo katholische Einrichtungen nicht nur im Gesundheitswesen vom Ausbruch der Epidemie an im Einsatz waren. Der Orden des heiligen Johannes von Gott (Fatebenefratelli) verlor in Liberia und Sierra Leone vier Mitbrüder, eine Ordensschwester und drei Mitarbeiter in den Krankenhäusern in Monrovia und Lunsar, nachdem diese sich bei der Krankenpflege infiziert hatten. Dasselbe galt für sechs Ordensfrauen von armen Schwestern von Bergamo, die 1995 im Kongo an einer Ebolainfektion starben und für die 2013 der Seligsprechungsprozess auf den Weg gebracht wurde.
Die Aufstellung des Fidesdienstes berücksichtigt nicht nur Missionare ad gentes im eigentlichen Sinne, sondern alle kirchlichen Mitarbeiter, die gewaltsam ums Leben kamen. Der Begriff “Märtyrer” wird absichtlich nicht benutzt, um eine eventuelle offizielle Beurteilung der Kirche nicht vorweg zu nehmen und auch deshalb, weil oft nur wenige Informationen über das Leben der Betroffenen und die Todesumstände zur Verfügung stehen.
Die meisten kirchlichen Mitarbeiter, die gewaltsam ums Leben kamen haben keine heldenhaften Taten vollbracht, sondern sie haben ihren Glauben demütig im Alltag gelebt, in einem Kontext der besonderen menschlichen und geistlichen Armut, des Verfalls, der Gewalt, wo die Achtung des Lebens und der Würde des Menschen als Werte nicht anerkannt sind, und sie haben versucht in einem solchen Umfeld im Alltag ein bescheidenes Zeugnis von der Liebe abzulegen
Im Jahr 2014 wurden die Mandanten des Mordes an Bischof Enrique Angelelli von La Rioja (Argentinien) 38 Jahre nach dem Mord verurteilt, der als Autounfall vertuscht worden war; verurteilt wurden auch die Mandanten und Killer des Mordes an Apostolischen Vikar von Isiolo (Kenia) Luigi Locati, der 2005 ermordet wurde; festgenommen wurden die Verantwortlichen des Mordes am Rektor des Priesterseminars in Bangalore (Indien), Pfarrer Thomas, der 2013 gewaltsam ums Leben kam.
Sorge bereitet weiterhin das Schicksal vermisster kirchlicher Mitarbeiter, darunter die kongolesischen Augustinerpatres, die im Nordkivu in der Demokratischen Republik Kongo im Oktober 2012 entführt wurde, der italienische Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio der in Syrien 2013 verschleppt wurde; oder P. Alexis Prem Kumar, der am 2. Juni 2014 in Herat (Afghanistan) entführt wurde.
Am 24. Mai wurden Pater Mario Vergara vom Päpstlichen Institut für die Außenmissionen (PIME) und der Katechet Isidoro Ngei Ko Lat selig gesprochen, die 1950 wegen ihers Glaubens Burma ermordet wurde. “Ihr heldenhafter Glaube an Christus möge die Missionare und insbesondere auch die Katechisten ermutigen, die in den Missionsländern einen wertvollen Beitrag zum apostolischen Werk leisten, für den die ganze Kirche ihnen dankbar ist“, so Papst Franziskus.
Auf der alljährlichen provisorischen Aufstellung des Fidesdienstes, fehlen die vielen, von denen wir nie erfahren und deren Namen wir nie kennen werden, die in allen Teilen der Welt ihren Glauben an Christus mit dem Leben. (SL) (Fides 30/12/2014)


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