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2014-07-05

ASIEN/ISRAEL - Neue Proteste gegen die Haftbedingungen in Holot

Holot (Fides) – Die Lage in der Umgebung der Haftanstalt Holot in der Negev-Wüste ist weiterhin angespannt: bereits in der vergangenen Woche begannen dort Proteste gegen die verheerenden Haftbedingungen, die von der israelischen Pfarrei unterdrückt wurden.
Zu ersten Protesten kam es am 27. Juni nachdem rund 500 Asylsuchende, die in Holot festgehalten werden, die Haftanstalt verließen und sich auf den Weg zur ägyptischen Grenze machten. Sie wurden von israelischen Soldaten rund einen Kilometer vor Erreichen der Grenze im Wald von Nizana aufgehalten, wo sie provisorische Unterkünfte eingerichtet und um das Eingreifen des UN-Flüchtlingshilfswerks gebeten hatten. In den darauf folgenden Tagen wurden die Unterkünfte geräumt und die Asylsuchenden in das Gefängnis zurückgebracht, wo einige von ihnen einen Hungerstreik begannen. Andere, die bei den Ausschreitungen mit der israelischen Polizei verletzt worden waren, wurden festgenommen und in das Gefängnis in Saharonim gebracht. Wie Beobachter dem Fidesdienst berichten organisierten die Asylsuchenden für den heutigen 5. Juli eine Protestkundgebung vor der Haftanstalt.
Im Abschiebelager in Holot in der Negev-Wüste leben über 2.300 größtenteils christliche Häftlinge. Es handelt sich vor allem um Männer aus Eritrea und dem Sudan, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die Flüchtlinge werden normalerweise dreimal am Tag gezählt und die Bewegungsfreiheit am Tag ist reine Theorie, da sie sich in einer Wüstenregion befinden, weit entfernt von der nächsten Ortschaft und ohne die Möglichkeit der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Die Gefangenen schlafen in Räumen mit bis zu zehn Betten. Die meisten sind Mitglieder der koptisch-orthodoxen Kirche Eritreas, die von drei Priestern betreut werden. Drückende Hitze und Untätigkeit sowie die unzureichende Versorgung mit Lebensmitteln und sanitären Einrichtungen vermitteln den Eindruck eines Haftlagers. Die meisten Insassen befürchten eine Abschiebung nach Ertirea und in den Sudan, was für viele Lebensgefahr bedeutet. (GV) (Fides 5/7/2014).

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