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2014-05-28

ASIEN/PAKISTAN - Anwalt: “Die Richter wollen nicht über den Fall Asia Bibi entscheiden”

Lahore (Fides) – Die Richter “wollen nicht über den Fall Asia Bibi entscheiden und vermeiden es über einen so schwierigen Fall zu urteilen, auch weil sie angst vor Erpressung und Rache durch radikalislamische Gruppen haben: dies ist der Grund für die zahlreichen Aufschübe”, so der christliche Anwalt Sardar Mushtaq Gill von der Nichtregierungsorganisation “Legal Evangelical Association Development” (LEAD), der den Fall Asia Bibi und anderer Blasphemieopfer mitverfolgt.
“Wir sind besorgt, denn angesichts dieser Untätigkeit, müssen viele unschuldige Opfer nur wegen ihres Glaubens im Gefängnis leiden: unter ihnen befinden sich auch Asia Bibi und Sawan Masih. Unterdessen bleiben unzählige Extremisten, die Häuser und Kirchen in Brand stecken, unbestraft“.
“Vor kurzem”, so Gill zur aktuellen Lage, “wurde Khalil Ahmed, der wegen Blasphemie angezeigt worden war, in der Polizeistation von einem Jugendlichen ermordet. Ein weiteres Opfer ist auch der Anwalt und Menschenrechtskämpfer Rashid Rehman, der ermordet wurden, weil er die Verteidigung in einem angeblichen Fall der Blasphemie übernehmen wollte. Die Mörder befinden sich noch auf freiem Fuß. Ein Richter musste das Land verlassen, nachdem er den geständigen Mörder des Gouverneurs Salmaan Taseer verurteilt hatte”.
“Der Blasphemieparagraph ist zu einem Instrument der Verfolgung auch für diejenigen geworden, die Angeklagte verteidigen”, so Gill weiter, “Pakistan ist heute sehr gefährlich für Minderheiten” betont er. Trotzdem werde LEAD seine massive Kampagne für die Abschaffung des Blasphemieparagraphen fortführen.
“Wir erleben einen der schlimmsten Momente in der Geschichte des Landes: das Ausmaß der Ausgrenzung und Gewalt gegen religiöse Minderheiten war noch nie so groß. Wie können wir von Religionsfreiheit, von Gedanken- und Meinungsfreiheit sprechen, wenn dass Gesetz diese nicht für alle garantiert und wenn es keine gerechten Prozesse gibt, sondern ungerechte Haft wegen eines anderen Glauben weit verbreitet ist? Wir sind nur auf dem Papier frei und gleich, doch in der Realität sieht es ganz anders aus”.
“Wir fordern einen säkualren Staat, in dem wir alle gleiche Rechte besitzen und vor dem Gericht gleich behandelt werden. Minderheiten wünschen sich die Förderung des Friedens und der religiösen Harmonie in Pakistan“, so der Anwalt abschließend. (PA) (Fides 28/05/2014)

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