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2013-07-11

AFRIKA/ZENTRALAFRIKA – Langsamer Beginn der Entwaffnung der Rebellen

Bangui (Fidesdienst)- “Es wird geschätzt, dass es im Land ca. 25.000 Rebellen gibt. Den lokalen Media zufolge sind in der vergangenen Woche ungefähr 100 entwaffnet worden. Bei diesem Rhythmus wird es 5 Jahre dauern, bis alle entwaffnet sind“, sagt P. Aurelio Gazzera, ein Karmelitaner-Missionar und Pfarrer in Bozoum, zu Fides in seinem Kommentar zum Beginn der Entwaffnungsaktion bei den Rebellen der Seleka-Koalition in der Landeshauptstadt Bangui. „Die Rebellen sind spurlos verschwunden, zumindest in Bangui; sie haben die Uniform abgelegt und die Waffen versteckt, aber sie sind in der Bevölkerung untergetaucht, um die Entwicklung der Lage abzuwarten“, fügt P. Gazzera hinzu.
Die Entwaffnung der Rebellen wird von den Friedenstruppen Zentralafrikas (FOMAC) durchgeführt. „Die Lokalpresse hat von verbreiteten Zweifel innerhalb der Beölkerung hinsichtlich der Soldaten aus dem Tschad berichtet, die zur FOMAC gehören und die am Tag den Rebellen die Waffen abnehmen würden, um sie dann an dieselben Gruppen nachts wieder auszuteilen“, sagt der Missionar.
Die neuen Behörden haben sich verpflichtet die Situation nach der Asbsetzung von Präsident Francois Bozize unter Kontrolle zu bekommen, „aber das Problem besteht darin – so der Missionar – dass die Rebellen sich in verschiedene Gruppen aufteilen, die keinerlei Autorität anerkennen.“
Die Kirche hat zwar in ihren Strukturen schweren Schaden durch die Razzien der Rebellen erlitten, fährt aber fort die Aufmerksamkeit auf die Situation in Zenralafrika zu lenken und hilftr so der Bevölkerung die Hoffnung wieder zu finden. „Hier in Bozoum hatten wir weniger Schäden als in anderen Gegenden des Landes“, erklärt P. Gazzera. „Es gibt aber Diözesen, die vollkommen dem Erdboden gleich gemacht wurden; einige haben noch nicht einmal ein Auto (in einem Land, das fast so groß wie Frankreich ist – Anm. Redaktion), und manche Missionsstationen sind zerstört und verlassen...“.
Dennoch leistet die Kirche einen äußerst wichtigen Beitrag zur Wiedererweckung des Gewissens und als Hoffnungsträger für eine demoralisierte Bevölkerung. (L.M.) (Fidesdienst 11/7/2013)

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